Content Marketing für KMU

Content Marketing ist ein wichtiger Bestandteil des Social Media Marketings und somit schon lange nicht mehr aus der modernen Unternehmenskommunikation wegzudenken. Es wird Content Marketing auch als Inhaltsmarketing bezeichnet. Im ersten Moment klingt Content Marketing vielleicht für Dich als als Inhaber eines kleinen und mittelständischen Unternehmens nach etwas, dass sich nur für Großunternehmen eignet. Aber im Grund genommen ist Content Marketing nicht neu. Schon lange schreiben und verbreiten Unternehmen Texte, um ihre Kunden über ihre Angebote zu informieren.

Dieses wurde jedoch durch die modernen Kommunikationsmöglichkeiten noch einfacher. Während Du früher Newsletter erstellt, Pressemitteilungen versendet oder Anzeigenwerbung geschaltet hast, kannst Du heutzutage im Social Media direkt mit Deinen Interessenten kommunizieren. Aber auch ein Blog auf Deiner Seite bietet sich für Dein Content Marketing an. Zur Erstellung von hochwertigen Inhalten, z. B. Videos, Podcasts, Info-Grafiken gibt es im Internet eine Zielzahl von kostenloser Software. Videos lassen sich mittlerweile sogar sehr schnell und einfach übers Handy erstellen und teilen.

Es ist folglich gar nicht so kostenintensiv Content Marketing zu machen. Im Vergleich zu Anzeigenwerbung, dem Versand von Prospekten oder Mailings ist es sogar ein recht kostengünstige Marketing-Instrument. Somit eignet sich Content Marketing auch für dich als Inhaber eines KMUs.

Dabei ist egal, ob Du Handwerker, Gastronom, Bauingenieur, Anwalt, Arzt, Fotograf oder Bestatter bist – auch in kleineren Gewerben lassen sich interessante Themen finden, um durch interessante Inhalte Kunden gewinnen und die allgemeine Bekanntheit Deines Unternehmens steigern. Wichtig ist dabei, dass Du nicht ohne Strategie drauf los zu schreibst.

Content is King

Doch was ist überhaupt Content Marketing?

Nähern wir uns dem Thema zunächst durch eine Definition. Hierzu schauen wir zunächst im deutschen Wikipedia:

Content Marketing ist eine Marketing-Technik, die mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten die Zielgruppe ansprechen soll, um sie vom eigenen Unternehmen und seinem Leistungsangebot oder einer eigenen Marke zu überzeugen und sie als Kunden zu gewinnen oder zu halten.

Jetzt noch ein Blick in die englischsprachige Wikipedia:

Content marketing is any marketing that involves the creation and sharing of media and publishing content in order to acquire and retain customers. Content marketing is also defined as a strategic marketing approach focused on creating and distributing valuable, relevant, and consistent content to attract and retain a clearly-defined audience — and, ultimately, to drive profitable customer action.

Daraus lassen sich folglich drei Hauptziele für Content Marketing bestimmen:

  1. Positionierung der Marke
  2. Kundengewinnung
  3. Kundenbindung

Genau genommen gehen die Meinungen und Kommentare bei der Definition des Begriffs Content Marketing jedoch weit auseinander. Somit sind über Jahre je nach Perspektive des Betrachters sowohl Branding-zentrierte, SEO-zentrierte als auch PR-zentrierte Auslegungen des Begriffs Content Marketing entstanden. Die SEO-Szene betrachtet Content Marketing als Teil der Suchmaschinenoptimierung, um beispielsweise Linkaufbau zu betreiben. Aus der PR-Sicht betrachtet wird es als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit gesehen. Genau genommen ist Content Marketing jedoch von allem etwas. Soweit zu den unterschiedlichen Definitionen.

Aber um was geht es wirklich?

Die Definitionen sind also nur eine begrenzte Hilfe. Schauen wir uns also die Aufgaben, Ziele und Schwerpunkte des Content Marketing im Folgenden genauer an.

Das Ziel des Content Marketing ist es, dass Du mit relevanten Inhalten Deine relevante Zielgruppe informierst, begeisterst und unterhältst. Mit hochwertigen, authentischen Inhalten schaffst Du eine Vertrauensbasis. Deine Leser halten Dich für glaubwürdig. Du baust Dir einen Expertenstatus und somit Deine Marke auf. Sie kommen bei Problemen / Bedürfnissen auf Dich zu.

Wichtig ist, dass Deine Angebote (Produkte / Dienstleistungen) in den Hintergrund rücken und dafür mit Deinem Know-How glänzst. Es geht nicht darum, dass Du Deiner Zielgruppe etwas verkaufen oder Werbung machen möchtest. Sondern vielmehr baust Du Dir eine Community auf, die sich für Deine Informationen interessieren und sich darauf freuen. Ein weiterer Unterschied zu von vielen als nervig empfundenen Marketingmaßen, wie z. B. Fernsehwerbung. Es ist Dir jedoch erlaubt, dass Du mit Deinem Content bei ihm ein Bedürfnis weckst oder ihm Wege aufzeigst, wie Du sein Problem lösen könntest. Vergiss dabei jedoch nicht, dass es um Informationen und nicht um Verkauf geht.

Content Marketing ist somit ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskommunikation, das verschiedene Disziplinen und Aufgaben in sich vereint.

Content übernimmt dabei immer mehr die eigentliche Rolle des Werbemittels als Mittel zum Erstkontakt und zur emotionalen Ansprache. Dabei steht der Content im Mittelpunkt der PR, Social-Media-Marketing, SEO und des E-Mail Marketings.

  • PR lebt von guten Inhalten
  • E-Mail-Marketing funktioniert besser durch gute Inhalte
  • Social-Media-Marketing lebt durch emotionale Inhalte bei Facebook, Twitter & Co.
  • SEO ohne gute Inhalte funktioniert nicht mehr bzw. die Nutzer und damit auch Google liebt gute Inhalte

Evolution des Marketings

 

Welche Content-Arten gibt es im Inhaltsmarketing?

Content-Marketing umfasst meist kostenlose Inhalte in Form von z.B.

  • Blogbeiträgen
  • Infografiken
  • Software
  • Spielen
  • Tests
  • Umfragen
  • Studien
  • Whitepaper
  • Ratgebern
  • E-Books
  • Webinare
Bei Events kann man verschiedener Meinung sein, ob es sich um Content-Marketing handelt oder nicht. Ich denke aber, dass Events zumindest ein sehr gutes Mittel sind, Inhalte wie Interviews, Videos, Recaps etc. daraus zu entwickeln.

Ziele des Content-Marketings für kleine und mittlere Unternehmen

Manchmal ist es insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen schwer, mit möglichst geringen finanziellen Mitteln ein funktionierendes Marketing zu betreiben. Wie ich bereits angeführt habe, eröffnet Dir das Content Marketing im Gegensatz zu vielen anderen (Online-)Marketing-Maßnahmen einen großen Handlungsspielraum. Jeder Mitarbeiter kann seinen Teil dazu beitragen, vielleicht trauen sich einige nicht, weil sie Angst haben etwas falsch zu machen. In dem Fall kannst Du ihnen mit Social Media Guidelines eine Orientierungshilfe bieten. Deine Mitarbeiter sind jedoch gute Botschafter Deiner Marke und können Dir außerdem helfen die Kosten für die Erstellung des Contents niedrig zu halten.

Die Aufgabe von Content Marketing ist es auch Leads (potenzielle Kunden) zu gewinnen. Dazu ist es notwendig, dass Du nicht nur regelmäßig wertvolle oder unterhaltsame Inhalte lieferst, sondern ihnen auch etwas besonderes bietest. Im folgenden Punkt „Integration in Dein Unternehmen“ zeige ich Dir dafür ein Beispiel.

Integration in Dein Unternehmen

Das klingt soweit für Dich ganz gut, aber was bringt Dir das Ganze, wenn Du es nicht erfolgreich in Dein Unternehmen integrieren kannst? Wie bringst Du Deine Leser dazu, dass sie Käufer werden?

Es geht um Folgendes: Du machst aus Deinem „Publikum“ (a) potenzielle Interessenten (b) und diese dann zu Kunden (c). Dazu benötigst Du für alle drei Phasen (a bis c) passende Themen und die richtigen Formate. Alle drei Phasen müssen nahtlos ineinanderfließen.

Nehmen wir als Beispiel an, dass Du Inhaber eines Malersgeschäfts mit 5 Angestellten bist. In einem Social Media Post (a) beschäftigst Du Dich mit einer Top-10-Liste (Format) mit den besten Tipps / Ideen für die Wandgestaltung (Thema). Auf dieser Liste (b) baut eine E-Mail-Serie (Format) mit dem Thema „Mit diesen 6 Tipps findest Du für jedes Zimmer die richtige Farbe“ auf. Für potenzielle Interessenten ist das bestimmt verlockend. Wie Du siehst, steht die Vermittelung von Wissen im Vordergrund.Du überzeugst Deine Interessenten davon, dass Du über das entsprechende Know-how verfügst. So gewinnst Du natürlich das Vertrauen Deiner Leser und kannst (c) Deine eigenen Produkte und Leistungen vorstellen. An einem Beispiel zeigst Du dann in einem Video (Format) wie gut, schnell und zuverlässig Du Malerarbeiten ausführst. Lasse zufriedene Kunden zu Wort kommen (Reputation = Format) und führe Referenzen (Format) auf.

Möglicherweise unterbreitest Du zum Schluss ein unwiderstehliches Angebot. Durch die geschickte Kombination von Themen und Formaten unterstützt Du Deinen Vertrieb. So kannst Du mit Content Marketing den Umsatz ankurbeln.

Herausforderung

Für Content Marketing gibt es kein Patentrezept. Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist immer noch die Erfolgsmessung und die Schaffung von neuen interessanten Inhalten die größte Herausforderung.

Dabei lässt sich immer noch ein Fehler beobachten. Das Content Marketing wird oftmals noch falsch verstanden. Bei der Erstellung gilt grundsätzlich: Qualität vor Quanität! Poste lieber einmal nichts, als etwas hinter dem Du nicht richtig stehst. Gutes Content Marketing bedeutet nicht die massenhafte Streuung möglichst vieler Inhalte, sondern den bestmöglichen Content zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu platzieren. Wenn Du Deine Zielgruppe kennst, dann kannst Du Dich an ihrer Customer Journey orientieren.

Die Content Marketing-Strategie

Zunächst einmal gilt für Deine Strategie: konzentriere Dich zunächst auf ein soziales Netzwerk. Wenn Du dort Deine Ziel erreicht hast, kannst Du Dir ein nächstes Social Media Medium suchen. Nur weil es so viele Angebote gibt, musst Du nicht überall vertreten sein.

Weiterhin gilt: eine Content Marketing Strategie erfordert von Dir die Bereitschaft, dass Du dich mit dem Thema auseinandersetzt, ein Format zur Content-Veröffentlichung schaffst und bereit bist Dein Wissen mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Content Marketing ist genauso wie Social Media Marketing keine kurzfristige Kampagne. Es reicht nicht, wenn Du einmal im Jahr eine Content Marketing Maßnahme realisierst. Wichtig ist, dass Deine Inhalte einen Seriencharakter entwickeln.

Natürlich kostet gezieltes Content Marketing Zeit. Entweder bist Du selber im Social Media aktiv oder Du sprichst online-affine Mitarbeiter an, gibst ihnen die richtigen Werkzeuge und Ratgeber an die Hand und lässt ihnen Zeit für die Realisierung. Aber die Investition lohnt sich, denn angenommen, Du suchst im Internet nach einer bestimmten Information und triffst dabei auf ein Unternehmen, dassich durch zahlreiche aktuelle und wissenswerte Inhalte als Experte dieser Branche präsentiert. Würdest Du diesem Dienstleister dann nicht Vertrauen schenken?

5 Tipps – worauf KMUs bei der Realisierung ihrer Marketingstrategie achten sollten

Du bist Dir nicht sicher, wie Du anfangen sollst? Dann habe ich hier 5 Tipps für Dich.

1. Zielgruppe definieren

Als erstes gilt es Deine Zielgruppe zu definieren. Am besten nutzt Du dafür das Persona Modell. Du hast schon Kunden, dann gilt es natürlich einen engen und persönlichen Kundenkontakt aufbauen. Was interessiert Deine Kunden? Welche Informationen brauchen sie? Welche Emotionen sprechen sie an? Es ist sinnvoll, dass Du regelmäßig Deine Kundenliste überprüfst, um festzustellen, welche Merkmale Deine Zielgruppe ausmachen.

2. Ziele festlegen

Es reicht nicht aus, Inhalte zu erzeugen – Du musst auch deren Erfolg überprüfen. Jeder Content sollte deswegen mit einem Ziel produziert werden. Möchtest Du:

a) neue Kunden anlocken?

b) die Verkaufszahlen bei Euren existierenden Kunden steigern?

c) ein neues Produkt aufmerksam machen?

Wenn Du neue Kunden auf Dein Unternehmen aufmerksam machen möchtest, dann benötigst Du einen völlig anderen Content, als wenn Du Deine Stammkunden ansprichst. Bei der Neukunden-Gewinnung ist es zum Beispiel wichtig, dass Du Dein Unternehmen und Dein Angebot vorstellst. Wendest Du Dich hingegen mit deinem Kunden an bestehende Kunden, dann kannst Du beispielsweise zeigen wie sie Dein Angebot noch nutzen können. Auch die Nachbereitung ist wichtig: hab einen verstärkten Fokus auf Kontaktanfragen oder kontrolliere, wie sich der Content auf Deine Verkaufszahlen auswirkt.

4. Regelmäßig posten

Qualität ist wichtiger als Quantität – trotzdem darf natürlich eine Regelmäßigkeit nicht fehlen! Lege einen festen Rhythmus fest, wann Du was postest und erstelle einen Redaktionsplan. Dabei gilt es auch saisonalle Höhepunkte wie z. B. die Fußball WM, Messen, Jahres- sowie Feiertage zu berücksichtigen. Ergibt sich z. B. auf Grund eines Feiertages oder einer bestimmten Jahreszeit (z. B. Sommer) eine größere Nachfrage nach Deinem Angebot?

5. Erfolgreichen Content ‚recyclen‘

Du musst nicht jedes sMal das Rad neu erfinden: gerade Evergreen-Content (also Inhalte, die nicht aus der „Mode“ kommen) sind für KMUs wichtig. Inhalte sind bei Deinen Kunden gut angekommen? Dann benutze ihn nochmal. Du kannst ihn dafür etwas ausschmücken, z. B. in Form eines Videos wiedergeben.

Welche Content-Marketing-Instrumente können KMU am einfachsten umsetzen?

Oft verfügen kleine und mittlere Unternehmen über umfangreiches Fachwissen. Die Beratung ist oft ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil. Dieses Wissen könnte die Grundlage für einen Ratgeber sein, der sich oftmals einfachen Mitteln umgesetzen lässt. Aber auch Produkttests, die mit dem Handy eingefangen werden, sind in Summe oftmals erschwinglich. Es kommt nicht zwangsläufig auf eine Umsetzung mit den allerhöchsten professionellen Ansprüchen an Bild und Ton an, sondern darauf, dass der Content hilfreich oder unterhaltsam ist. Oftmals hilft es „einfach mal zu machen“, statt den besten Video-Cutter der Welt engagieren zu wollen. Content und Marke sollten zusammen passen. Die Wiedererkennung muss gegeben sein.


Kontakt

Du brauchst Unterstützung bei dem Erstellen einer Contentstrategie, eines Redaktionsplans oder möchte einfach Dein Content Marketing outscourcen? Dann freue ich mich auf Deine Anfrage 🙂

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