Allgemein

Warum es so wichtig ist eine Zielgruppe zu definieren

Wenn Du an Deine Zielgruppe denkst, hast Du dann sofort ein klares Bild vor Deinem geistigen Auge? Gelingt es Dir Deine Zielgruppe / Deinen (Wunsch-)Kunden mit wenigen Worten und ohne großes Nachdenken zu beschreiben? Ein wichtiger Baustein meines Social Media Canvas und jeder Social Media Strategie ist Deine Zielgruppe.

Du fragst jetzt möglicherweise, warum das Thema Zielgruppe für Dich so wichtig ist. Schauen wir uns dazu die Definition im deutschsprachigen Wikipedia an:

Unter einer Zielgruppe (engl. target audience) versteht man im Marketing eine bestimmte Menge von Marktteilnehmern, die auf kommunikationspolitische Maßnahmen homogener reagieren als der Gesamtmarkt. Die Grundlage zur Zielgruppenfindung nach jeweils relevanten Merkmalen ist die Marktsegmentierung.

Es ist mir wichtig, dass Du bereits jetzt verstehst, dass „Du nicht Dein Zielmarkt bist.“ Diese Aussage ist wichtig, weil Du damit zugibst, dass ALLE nicht Deine Zielgruppe sind. Außerdem beugst Du, wenn Du die Aussage verstanden hast, dem möglichen Fehler vor, dass Du Marketingentscheidungen triffst, die Dir persönlich gefallen. Aber wie lautet bereits ein überliefertes Sprichwort: „Der Köder muss dem Fisch schmecken und nicht dem Angler“.

Arten von Zielgruppen

Verschiedene Zielgruppen

Auch wenn im Zusammenhang mit Zielgruppen oft von den Kunden gesprochen wird, so gibt es genau genommen für jedes Unternehmen verschiedene Zielgruppen. Neben den Kunden gibt es beispielsweise noch Lieferanten, (potenzielle) Mitarbeiter, die Presse oder den Staat. Darüber hinaus lassen sich Zielgruppen auch noch zwischen Verwender und Käufer unterscheiden. Nehmen wir das Beispiel Ü-Eier. Diese werden oft von Eltern gekauft und von Kindern „benutzt“. Oder Krawatten, die auch von Frauen für ihre Männer gekauft werden.

Arten von Märkten

Welche Art von Markt bedienst Du? Das erste, worüber Du Dir im Klaren sein solltest, ist die Art des Marktes, auf den Dein Unternehmen abzielt.

Massenmarkt: Du richtest Dich an sehr viele… die breite Masse, behalte aber im Hinterkopf, dass das trotzdem nicht alle sind. Beispiele: Autos, Mobilfunkverträge, Lebensmittel und Pauschalreise

Nischenmarkt: Ein Angebot wendet sich an bestimmte Kunden nach Altersgruppen, Standorten, Interessen usw. Diese befinden sich in einem einzelnen Kundensegment. Beispiele: Kinderbetten, Angel-Shop

Segmentierter Markt: Die Angebote sprechen Kunden mit leicht unterschiedlichen Bedürfnissen und Problemen an. Ihre Kunden kommen aus mehr als einem Segment. Bespiele: Autos, Zahnpasta

Diversifizierter Markt: Sie adressieren und bedienen zwei Kundensegmente mit unterschiedlichen Bedürfnissen und Problemen. Zum Beispiel haben Coca Cola und Coke Zero verschiedene Angebote für verschiedene Kundensegmente.

Multi-Sided-Markt. Sie zielen auf zwei oder mehr unabhängige Kundensegmente ab. Zum Beispiel zielt Uber sowohl auf Taxifahrer als auch auf Reisende ab, obwohl dies sehr unterschiedliche Gruppen sind.

So könnte eine Zielgruppe Aussehen:

Weiblich, verheiratet, 32-45 Jahre alt, 80 000 – 100000 Euro Jahreslohn, Hochschulabschluss, Angestellte in einer mittelständischen Unternehmen, verheiratet, 2 Kinder und sportlich aktiv

Diese Definition ist zwar in mancher Hinsicht konkret, aber dennoch sehr vage. Das liegt daran, dass eine Zielgruppe aus Personen mit ähnlichen Merkmalen besteht, jedoch meist mehr oder weniger heterogen ist. Wie kann ich diese Personen noch genauer ansprechen? Wie kann ich vor allem mehr über ihre Bedürfnisse und Eigenschaften erfahren?

Es handelt sich also folglich um eine Teilmenge aller Marktteilnehmer, die Du mit Deinem Marketing erreichst und die ein gemeinsames Interesse an Deiner Lösung haben. Wenn Du Dich auf Deine Hauptzielgruppe begrenzt, dann sprichst Du damit zwar „nur“ einen Teil der Gesamtheit an, aber das ist der Teil, der durch Dein Angebot einen besonders starken Nutzen hat.

Bedürfnisse, Wünsche und Probleme (ganzheitliche Betrachtung)

Ganzheitliche und äußerliche Betrachtung der Zielgruppe

Nicht jeder Marktteilnehmer hat jedoch ein gleichstarkes Bedürfnis und ist gleichstark an Deinem Angebot interessiert. Manche sind sogar gar nicht interessiert, weil Dein Angebot einen Aspekt anspricht, der für sie nicht relevant ist. Beispielsweise Hüftsteaks und Vegetarier oder Soja-Wurst und Fleischliebhaber. Dein Angebot wird bei diesen Menschen auf wenig Gegenliebe stoßen. Wenn Du jetzt ausgerechnet diese Desinteressierten mit Deiner Social Media Kommunikation adressierst, dann bekämst Du keine Resonaz und verschwendest Ressourcen. Außerdem könntest Du denken, dass Deine Zielgruppe nicht im Social Media zu finden ist. Wennn Du Dich jedoch auf die ganzheitliche Betrachtung konzentrierst, wirst Du vermutlich feststellen, dass Deine Zielgruppe sehr wohl in den verschiedenen Social Media Netzwerken zu finden ist.

Unklare Ansprache der Zielgruppe

Vielleicht kennst Du die Situation: ein voller Raum, ständiges Gemurmel und Du versuchst etwas in den Raum zu rufen. Wenn es nicht zufälligerweise Essen, Freigetränke, Feuer oder ähnliches ist, dann fällt die Reaktion vermutlich bescheiden aus. Die Wenigsten werden sich sofort umdrehen und sind diejenigen, die sich umdrehen auch wirklich die, die Du ansprechen möchtest? Oder anders formuliert: wer jeden ansprechen möchte, spricht am Ende niemanden an, weil sich keiner wirklich angesprochen fühlt und sich fragt: meint der jetzt mich oder den neben mir?

Viele Unternehmer denken beim Thema Zielgruppe erstmal viel zu groß. Die Denke – wenn ich meine Zielgruppe schön groß definiere, gewinne ich mehr Kunden – ist ein Trugschluss.

  • Je mehr Leute du versuchst anzusprechen, umso beliebiger müssen dein Botschaft, dein Content und dein Angebot werden. Je beliebiger und verwässerter dein Angebot, umso weniger Leute finden es spannend.
  • Bei einer solch großen Gruppe fällt es mir schwer vorzustellen, für wen ich meine Texte schreibe. Dadurch wird meine Kommunikation schwammig und unpersönlich.

Tiefer … – konkrete Beispiele – warum die Zielgruppe wichtig ist

Erstes Beispiel

Folgende Situation aus einem meiner Kundenkontakte:

Ich frage meinen Kunden: „Wen möchten Du denn mit Deinem Angebot genau ansprechen?“

Antwort: „Mein Angebot kann jeder nutzen! Außerdem, wenn ich nicht Alle anspreche, dann gehen mir ja auch sehr viele potenzielle Kunden verloren“, antwortet er, und schmunzelt dabei siegessicher.

Ich sage zu meinem Kunden: „Ok, dann stell wir bitte folgende Situation vor:

Du bietest ein qualitativ sehr hochwertiges Produkt an, das aufgrund der edlen Materialien natürlich auch gerechtfertigter Weise im oberen Preissegment angesiedelt ist. Du bewirbst das tolle Produkt aber in den falschen sozialen Medien, wo sich Deine potenziellen Kunden gar nicht, oder nur äußerst selten aufhalten.

Stattdessen findet sich dort eine Zielgruppe, die an Deinem Produkt überhaupt kein Interesse hat oder es sich nicht leisten kann. Ein Verkauf dürfte durch solche unüberlegten Werbemaßnahmen höchstwahrscheinlich nicht zu erzielen sein – aber es entstehen Kosten, die sich nicht refinanzieren.

Zweites Beispiel

Du betreibst eine Software-Unternehmen, das ein Finanzbuchhaltungsprogramm für Selbstständige entwickelt hat. Wenn Du jetzt als Zielgruppe „Alle KMUs“ wählst, dann hättest Du über 3 Millionen potenzielle Kunden – nämlich ca. 3,62 Millionen Unternehmen, davon sind rund 99 Prozent KMU (Quelle: Statista.com). Auf den ersten Blick mag diese große Zahl ziemlich verlockend wirken. Wenn Du jedoch ein wenig darüber nachdenkst, dann wird Dir vermutlich schnell klar, dass es wenig sinnvoll ist, mehr als 3 Millionen potenzielle Kunden anzusprechen.

Und das ist nur ein Beispiel aus dem B2B-Bereich, im B2C lassen sich noch größere Segmente finden. Damit dürfte klar sein, warum eine Zielgruppen-Selektion notwendig ist.

Was ist keine eindeutige Zielgruppen-Definition?

Stelle Dir vor, dass Du Hotelbesitzer in den Alpen bist. Du möchtest gerne mehr britische Gäste anlocken, die 70 sind, die das nötige Katipal haben und gerne reisen.

Was müsstest Du dafür möglicherweise bieten? Wellness, Kamin, „‚Five o’Clock Tea„, Butler, Fahrservice und eine Whisky Lounge? Aber bist Du sicher, dass jeder Brite gerne Whisky trinkt?

Foto Prinz Charles

Zielgruppe – Prinz Charles

 

Foto Ozzy Osbourne

Zielgruppe – Ozzy Osbourne

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die „Definition“ Brite, 70 Jahre alt, reist gerne, hat das entsprechende Geld zur Verfügung und hält sich gerne in den Alpen auf, trifft auf diese beiden Herren zu. Aber schon auf den ersten Blick dürfte klar sein, dass sie wenig miteinander gemeinsam haben.

Dieses Beispiel zeigt, warum Du es schwer fällt, mit der klassischen Zielgruppen-Bestimmung gutes Content Marketing zu entwickeln.

Positionierung

Lass mich einfach wenig ausholen. Für Deinen Unternehmenserfolg ist es wichtig, dass Du Dich positionierst.

Stell Dir vor, dass Du kompetente Beratung benötigst, zum Beispiel, weil Du Deine schönen Massivholzdielen im Büro revonieren möchtest und nicht genau weißt wie und womit. Wo würdest Du dann eher hingehen? Zu einem Discounter, der neben Farben auch noch Teppiche, Fernseher, Deco, Handtücher, Besteck, Töpfe, Partygeschirr, etc. anbietet oder zu einem Spezialgeschäft, das neben der Schleifmaschine auch gleich noch die passende Farbe zum erneuten Versiegeln des Boden im Sortiment hat?

Oder stell Dir vor: Du bist im Marketing tätig bist. Dein Leistungsspektrum umfasst zum Beispiel die Bereiche Grafikdesign, Eventmarketing, Webseitenprogrammierung, Marketing Autiomation, Suchmaschinenoptimierung, Affiliate Marketing, Social Media Marketing und PR. Denkst Du, dass man Dich in jedem Teilbereich als Experten wahrnehmen und Du außerdem in der Lage wärst, zu jedem Bereich hochwertigen Content zu erstellen?

Und mit diesem MAN meine ich nicht irgendwen, sondern das sind genau die Menschen, die du ansprechen willst. Deren Probleme Du mit Deinem Angebot lösen möchtest und deren Sprache zu sprechen solltest. Oder anders formuliert Deine Wunschkunden.

Worauf ich hinaus will, dass Du Dich entscheiden musst, ob Du beliebig oder messerschaft fokussiert auftreten möchtest. Um Dich positionieren zu können, musst Du wissen, was Deine Wunschkunden suchen. Einen Discounter, bei dem sie vermutlich nicht die Qualität bekommen wie bei einem Spezialisten, und der leichter ersetzbar ist oder einen Spezialisten, einen echten Profi, der etwas teuerer, aber dafür kompetenter ist. Aber das schaffst Du alles nur, wenn Du eine klare Vorstellung hast, welche Menschen Du ansprechen möchtest.

Resonanz

Zielgruppe - Empathie

 

Einstürzende Brücken, zerbrochenes Glas, schaukelnde Kinder, satte Bässe – wer denkt, dass diese Dinge nichts miteinander zu tun hätten, liegt falsch. Sie werden alle durch Schwingungen verursacht, und besonders starke Schwingungen entstehen bei Resonanzfrequenz. Der Lautsprecherhersteller Teufel hat dazu einen sehr lehrreichen Blog-Beitrag veröffentlicht. Mit Deinen Wunschkunden sendest Du auf der gleichen Resonanz. Sie haben die gleichen Erwartungen und Einstellungen wie Du. Wie sagt der von mir sehr geschätzte Karl Kratz oft: „Keine Emotion – keine Resonanz – keine Conversion“. Du kannst also ruhig davon ausgehen, dass Deine Wunschkunden Dir ähnlich sind.

Doch wie hängt das mit Dir und Deinem Social Media Marketing zusammen?

Nur wenn Du Deine Zielgruppe genau kennst, dann weißt Du auch wo sie sich aufhält. Nur dann kannst Du ihnen guten Content liefern. Dein Angebot ist maximal nur so gut, wie Du damit die Bedürfnisse Deiner Wunschkunden befriedigst. Dann weißt Du auch wie Du sie ansprichst, welche Emotionen Du triggern musst und überzeugst sie mit Deinen Inhalten. Zudem triffst Du ihren Nerv. Dein Social Media Marketing bereitet Dir Spaß, ist effektiv, Du bist gerne für Deine Wunschkunden aktiv und weißt welche Inhalte sie interessieren.

Die Kenntnis über Deine Zielgruppe steht folglich am Anfang Deiner Social Media Strategie. Ohne dieses Wissen fischt Du nur im Dunkeln und verschwendest Ressourcen. Du betreibst weder ein zielgerichtes Marketing noch erreichst Du Deine Wunschkunden.

Wie definierst Du denn jetzt DEINE Wunschkunden?

So, jetzt geht es für Dich an die Arbeit. Nimm Dir ein großes Blatt Papier und einen Stift. Teile das Blatt in 5 Teile. Studien haben bewiesen, dass Ideen, Gedanken und Notizen, die wir handschriftlich vornehmen, merklich kraftvoller sind als durch tippen am Computer.

Die 5 Ws zur Erstellung Deines Wunschkundenprofils

Achtung: Dein Wunschkundenprofil ist NICHT Deine Persona. Während es bei Kundenprofilen um die Beschreibung Ihres Kunden auf Firmenebene geht, stellen Käufer Personas den Kunden als individuelle Person dar.

Beim Profil gilt es die Fragen zu klären: Welchen Kunden werden maximalen Nutzen aus Deiner Leistung ziehen? Wo gibt es die größten Überschneidungen von den gegenseitigen Erwartungen?

1. Was erwartest Du von Deinen Wunschkunden?

Du kannst ruhig selbstbewusst sein. Du bietest Deinen Wunschkunden Deine Hilfe und bist immer wieder für die da … Da ist es legitim, wenn Du auch gewisse Erwartungen an sie hast. Überleg Dir also zunächst, was Du von Deinen Wunschkunden erwartest.

Beispielsweise will ich meine Kunden so schnell wie möglich auf das nächste Level bringen. Dazu gehört ihre Bereitschaft mutig zu sein und auch mit einem unfertigen „Produkt“ an den Start zu gehen.

Es pusht mich, wenn ich positive Ergebnisse sehe, das heißt, wenn meine Kunden schnelle Fortschritte machen. Das werden jedoch nur die Menschen, die schnell lernen, was die Wünsche ihrer Zielgruppe sind. 

2. Was erwartet dein Wunschkunde von dir?

Als Nächstes überlegst du dir auch, was Deine idealen Kunden erwarten.

Meine Wunschkunden wollen so schnell wie möglich weiter kommen. Und sie erwarten von mir ressourcensparende Lösungen, die sich auch ohne großes Budget umsetzen lassen.

An diesem Beispiel siehst du schon, wie meine Erwartungen mit den Erwartungen von meinen Wunschkunden zusammenpassen.

Ich erwarte mir, dass meine Kunden bereit sind, mutig zu sein. Und nur wenn diese Voraussetzung gegeben ist, kann lassen sich ressourcensparende Lösung entwickeln.

3. Was für Träume und Visionen haben Deine Wunschkunden und was treibt sie an?

Meine Wunschkunden möchten beispielsweise mit ihrem Talent und ihrem Potenzial anderen Menschen helfen. Ihr größter Traum ist es, eine möglichst große Hilfe für andere zu sein. Sie möchten sich ihre Arbeit völlig frei einteilen können und träumen davon ortsunabhängig zu arbeiten.

Und sie wissen, dass ihre Arbeit sehr wertvoll ist. Deshalb wollen sie auch überdurchschnittlich viel mit ihrem Unternehmen verdienen.

Ich kann meinen Wunschkunden helfen, genau diesen Traum zu erfüllen. Sie müssen dafür offen sein. Natürlich gehören auch Zeit und Investitionen dazu, dass sie diesen Traum verwirklich können.

Sie müssen bereit sein, alles zu hinterfragen, was sie denken und sie müssen bereit sein, sich große Ziele zu setzen.

Das sind aber eben auch die Punkte, die ich von meiner Wunschkunden erwarte. Schon alleine deshalb, weil ich ihr sonst nicht zu der Erfüllung von ihrem Traum helfen kann.

Auch Dein Wunschkunde hat einen Traum und eine Vision. Und wenn Dein Angebot ihm wirklich so einfach wie möglich bei der Erfüllung dieses Traumes helfen kann, dann wird es sehr leicht sein, ihn von Dir zu überzeugen.

4. Was sind die größten Probleme, Sorgen und Ängste deiner Wunschkundin?

Dieser Punkt ist besonders wichtig.

Dein Angebot muss Lösungen auf diese Fragen anbieten. Dadurch wird er zu Dir geführt. Darüber hinaus hilfst Du Deinen Wunschkunden bei der Lösung ihrer größten Probleme mithilfe von Newslettern, Blogartikeln und anderen kostenlosen Inhalten.

Indem Du ihm die erhofften Lösungen für seine Probleme bietest, baust Du Vertrauen zu ihm auf.

Du zeigt ihnen immer wieder, dass Du ihnen wirklich helfen kannst. Sobald sie das erkennen, werden sieunbedingt mit Dir zusammenarbeiten wollen und sind bereit für Dein Angebot Geld auzugeben.

Unsere Bedürfnisse sind emotional aufgeladen. Letztendlich entscheiden unsere Emotionen darüber, ob wir etwas kaufen oder nicht.

Du wist Dein Angebot viel leichter verkaufen können, wenn Du es rund um die Lösung von bestimmten Problemen aufbaust.

Dadurch sprichst Du die Emotionen Deiner Interessenten direkt an. Das ist der der einfachste Weg, um sie in Deine Kunden zu verwandeln.

5. Welche Kenntnisse bringen Deine Wunschkunden mit?

Sprichst Du mit Deinem Angebot eher Anfänger an, dann haben diese oft keine oder nur wenige Grundkenntnisse.

Aber natürlich kannst Du auch mehrere Angebote anbieten. Dann erstellst Du für jedes Angebot ein eigenes Wunschkundenprofil.

Aber wenn Du selber gerade anfängst, rate ich Dir, dass Du mit einem einzigen Angebot beginnst.

Wenn Du dann sicherer bist und es gut läuft, dann kannst Du Dein Angebot ausweiten. Entsprechend musst Du Dein Marketing anpassen.

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Prototyping – wieviel Experimentierlust steckt noch in Dir?

Was haben das Buch „Was ist Was“, Sonne und die Lust auf Experimente mit Deinen Social Media Aktivitäten gemeinsam? Vielleicht hast Du als Kind auch gerne experimentiert. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich unbedingt Salzkristalle züchten wollte. Mit Neugier und Experimentierfreude ging ich an den Aufbau. Ich weiß noch wie aufgeregt ich war und jeden Tag geschaut habe, ob der Versuch gelang. Hatte ich alles richtig gemacht? Erfolgte die gewünschte Reaktion? Natürlich kann es bei Experimenten auch einmal passieren, dass der Aufbau schiefgeht oder nicht das gewünschte Resultat raus springt. Mein Versuch aus der Kindheitszeit führte nicht nur dazu, dass ich schöne Kristalle gewonnen habe, sondern auch dazu, dass ich etwas gelernt habe. Ähnlich verhält es sich mit dem Prototyping.

Prototyping – MVP

Möglicherweise hast Du den Begriff Prototyping schon einmal in einem anderen Zusammenhang gehört. Er stammt aus der Software-Entwicklung, aber findet auch als Minimum Valuable Product (MVP) im Lean Startup Modell seinen Platz. Um was geht es dabei?

Ähnlich wie bei diesem relativ einfachen Versuchsaufbau gilt es für Dich schnell und einfach in den sozialen Netzwerken zu starten. Deine „Salzkristalle“ sind die Interaktionen Deiner Zielgruppe und messbare Fakten. Schneller kannst Du nicht erfahren, welche Inhalte für Deine Leser relevant sind oder welche ohne Resonanz an ihnen vorbeiziehen. Aber das hat in diesem Fall nicht so negative Auswirkungen, als wenn Du einige Arbeitstage / -wochen in Planung, Umsetzung, Korrektur und Seeding gesteckt hättest. Du sparst also Ressourcen und reduzierst das Risiko.

Analog zu diesem relativ einfachen Experiment gehst Du auch bei Deinen Social Media Aktivitäten vor. Du entwickelst auf dem schnellsten Weg (z. B. durch Content Curation oder einfache Blog-Beiträge) Inhalte. Vergleichbar mit einem MVP, das beim Launch auch noch nicht perfekt ist, verhält es sich mit Deinen Produkten (in diesem Fall Dein Content). In erster Linie dient er dazu, dass Du aus dem Feedback Deiner User lernen kannst. Möglicherweise ist der Gedanke für Dich noch ein wenig fremd, weil wir hier in Deutschland in der Regel dazu getrimmt werden, dass alles perfekt sein muss.

 

Wie entwickeln viele Unternehmen heute Inhalte?

Insbesondere in deutschen Unternehmen herrscht häufig die Devise „perfekt oder gar nicht“. Lange wird dann geplant, überlegt, diskutiert, wieder verworfen und neu gemacht – und das hat seinen Preis. Denn Perfektion gibt es nicht umsonst. Sie wird erkauft durch hohe Kosten und eine lange Phase bis das Seeding beginnen kann.

Prototyping - Fokus Qualität vs. Fokus Geschwindigkeit

 

Sascha Lobo schreibt dazu in einer erhellenden Bestandsaufnahme zur digitalen Transformation in der deutschen Wirtschaft: „Der deutsche Perfektionismus ist Gift“.

„In einer Zeit, in der sich Gesellschaft und Technologie so schnell wandeln sind digitale Experimente notwendig, um die ökonomische Zukunft ausloten zu können. Aber Experimente sind sinnlos, wenn sie wegen Perfektionismus nicht scheitern dürfen. Wenn man nicht von Beginn an ein mögliches Versagen einkalkuliert, lässt sich daraus nichts lernen.“

Ablauf Prototyping im Social Media

Ablauf Prototyping

Als gegeben nehmen wir an, dass Du bereits die sozialen Netzwerke und Formate (für unser Beispiel wählen wir Blog-Beiträge) ausgewählt hast, über die Du in Zukunft kommunizieren möchtest.

Wie läuft dann ein Prototyping ab? Wichtig ist, dass Du schnell Inhalte produzierst. Diesen Content Mix verteilst Du dann über Deine gewählten Social Media Präsenzen (Distribution). Jetzt bekommst Du Interaktionen von Deiner potenziellen Zielgruppe. Dieses Feedback analysierst Du anschließend und optimierst es. So bekommst Du ein immer besseres Gefühl dafür, was für Deine Zielgruppe relevant ist.

 

 

Stellt sich nur die Frage:

Weshalb wird Prototyping so selten eingesetzt?

Wenn Prototyping so viele Vorteile bietet und vom Ablauf her so einfach ist, warum nutzen es dann immer noch zu wenige? Die Aussagen, die ich zu diesem Thema erhalten habe, verwundern, sind einerseits verständlich, aber nicht akzeptabel.

Wir haben für einen Prototyp keine Zeit!

Wenn Du schon einmal einen Blog-Beitrag geschrieben hast, dann weißt Du, wie zeitaufwendig dieses sein kann. Da wird geplant, recherchiert, geschrieben und korrigiert. Schnell können für einen Artikel einige Stunden Arbeit investiert werden. Noch extremer ist es natürlich beispielsweise bei einem Webshop oder einer Website. Täglich wird Zeit in Websites, Online-Shops und Marketing-Konzepte investiert, die an der Zielgruppe vorbeigehen. Das wäre nicht nötig, wenn ein kleiner Teil der Zeit in Prototyping investiert wird.

Ein Prototyp verursacht zusätzliche Kosten!

Ja, ein Prototyp kostet Geld. Aber dafür bewahrt er im besten Fall auch vor möglichen finanziellen Fehlentscheidungen, denn er kann als Resonanzmesser genutzt werden. Wer Deinen Beitrag liked, kommentiert oder ihn teilt, zeigt, dass der Beitrag in ihm etwas auslöst. Du kannst also mit einem sehr ressourcensparenden Beitrag schon erkennen, ob Du auf dem richtigen Weg bist.

Ein unperfektes Produkt schreckt potenzielle Kunden ab!

Prototyping

Anforderungen an Deinen Prototyp:

► Fokus auf Probleme des Kunden
► bietet Mehrwert
► auf das Wesentliche reduziert
► schlanke Produktion
► nutzt vorhandene Quellen oder fremde Inhalte (Content Curation)
► für Mobile optimiert
► visualisiert Botschaften

Deine Inhalte sind nicht perfekt, sondern so gut, dass sie den Anforderungen Deiner Zielgruppe gerecht werden, Botschaften werden transportiert und Leser aktiviert.

Außerdem kannst Du Dich auf zwei Dinge verlassen:

  1. Wer Deine Angebote wirklich relevant findet, lässt sich von einem Social Media Beitrag nicht abschrecken.
  2. Kunden sind ein nachwachsender Rohstoff.

Ohne diese zwei Dinge hätten wir viele Dinge, die heutzutage nicht mehr aus unserem Alltag wegzudenken sind, wohl nicht, denn sowohl beispielsweise Dropbox und das iPhone sind als MVPs gestartet.

Angst vor echten Zahlen

Prototypen liefern belastbare Zahlen. Daher können sie natürlich auch dazu führen, dass Du möglicherweise Deine Strategie noch einmal überdenken musst. Manchmal musst Du dann auch ganz von vorne anfangen.

Stell Dir jetzt jedoch einmal vor, dass Du in Deinem stillen Kämmerlein ewig an der Umsetzung Deiner Blog-Beiträge gearbeitet hättest und dann feststellst, dass Du am Bedarf Deiner Zielgruppe vorbei geschrieben hättest. Folglich bewahrt Dich ein guter Prototyp vor echter Ressourcenverschwendung.

7 Tipps für die Umsetzung von Prototyping

1. Den Fokus auf effiziente Wertschöpfung legen

Es erklärt sich wohl von selbst, dass zu diesem Ansatz keine ewigen Planungsphasen, die unnötige Ressourcen aufbrauchen, passen. Dein Hauptaugenmerk sollte eher auf einem geringen Ressourceneinsatz (Kapital, Zeit) liegen.

Es gilt das Prinzip „Prototyping“. Inhalte werden nicht erst bis zur Perfektion entwickelt, sondern sie müssen nur gut genug sein, um Deinen Lesern einen Mehrwert zu bieten. Social Media Beiträge werden ohne lange Optimierung veröffentlicht und Du sammelst Erfahrungen, die Dir wiederum helfen Deinen Content auf die nächste Stufe zu bringen und Deine Leser besser zu verstehen.

Schnell heißt dabei nicht unüberlegt, sondern eher das Gegenteil. Du musst streng strategisch vorgehen. Hast Du eine dokumentierte Social Media Strategie? Falls nicht, dann biete ich Dir mit dem Social Media Canvas eine Möglichkeit schnell und übersichtlich eine zu erstellen.

2. Schnell loslegen

Sei mutig…. Du brauchst – gerade am Anfang – keine perfekten Inhalte, sondern authentische. Das erhöht die Chance, dass Du Resonanz von Deiner Zielgruppe bekommst. Der Content wird erst anhand der Resonanz optimiert, die er nach dem Launch bekommt.

So ersparst Du Dir lange Erstellungs- und Freigabezyklen, die viele Ressourcen verbrauchen. Außerdem nimmst Du Dir durch eine zu lange Kreationsphase die Chance flexibel auf das Feedback der Community zu reagieren.

3. Klein beginnen

Es ist zwar schön, dass Du bei der Planung von Inhalten in großen Dimensionen denkst. Aber es müssen nicht direkt 5.000 Wörter lange Artikel mit künstlerisch wertvollen Grafiken sein. Auch ein Tweet oder ein geteilter Artikel mit Deiner eigenen Meinung reicht zunächst aus und spart Dir eine Menge Zeit. Ebenso kannst Du dabei wahrnehmen, welche Themen gut ankommen und dann immer mehr dazu veröffentlichen.

4. Zielgruppe einbeziehen

Dein Ziel ist es mithilfe Deiner Community den Content zu verbessern. Analysere die Reaktionen in den sozialen Netzwerken oder die Kontaktaufnahmen. Du kannst aber auch Deine Leser direkt zum Dialog einladen, um ihr Feedback zu erfragen. Denkbar wäre beispielsweise ein oberflächlicher Blog-Beitrag, der durch die Kommentare Deiner Zielgruppe angereichert wird. So schonst Du nicht nur Deine Ressourcen, sondern trägst zu einer stärken Bindung potenzieller Kunden bei, die sich ernst genommen und ebenbürtig fühlen.

5. Flexibel und offen für Feedback sein

Wenn Du schon das Feedback Deiner Zielgruppe erfragst, dann wäre es natürlich fatal, wenn Du es nicht annimmst und umsetzt. Möglicherweise musst Du ein wenig umdenken: kritische Kommentare sind keine bösartige Kritik, sondern dienen der Optimierung Deines Contents. Wenn Du bewusst unvollständige Inhalte veröffentlichst, dann musst Du Kritik und Rückschlägen einplanen. Deine Umsetzung solltest Du so optimieren, dass Du schnell auf Feedback reagieren kannst und dabei möglichst wenig Ressourcen einsetzt. Das ist Voraussetzung für die Zusammenarbeit mit Deinen Lesern.

6. Ergebnisse messen

Um die Resonanz Deiner Zielgruppe beurteilen zu können, ist es wichtig, dass Du die Reaktion darauf misst. Wie oft wurde ein Beitrag geteilt/geliked/kommentiert? Welche Themen erzeugen besonderes Interesse und welche sehr wenig? Nur so gelingt es Dir ein immer tieferes Verständnis für Deine Zielgruppe zu erhalten.

Aber: auch hierbei gilt es Ressourcen zu sparen. Du solltest also nicht wie wild alle möglichen Kennzahlen einsammeln, sondern nur die notwendigsten. Also nur die, die dafür wichtig sind, dass Du Deine Zielgruppe besser verstehst und Deine Strategie überprüfen kannst.

7. Content mehrfach verwenden

Natürlich ist das Internet schnelllebig. Das heißt aber auch, dass Dein Social Media Posting keine lange Sichtbarkeit hat. Besonders, wenn Du Evergreen Content erstellt hast, also Dein Thema nach wie vor relevant ist, kannst Du Deine Blog-Beiträge einige Monate später noch einmal mit einem Post bewerben.

Noch besser ist es, wenn Du aus bestehendem Content etwas „Neues“ entwickelst, zum Beispiel aus einem eBook einen Blog-Beitrag oder auch eine E-Mail-Serie. Oder aus einem Blogartikel ein Podcast oder ein Video.

Beispiele für Prototyping-Formate

Schauen wir uns einige Formate an, die wir zunächst als Prototyp entwickeln können.

Blog-Post

Der Blog ist eine optimale Plattform für Prototyping. Es gibt Blog-Beiträge, die mehr als 5.000 Wörter lang und sehr umfassend sind (denk beispielsweise einmal an holistische Inhalte). Um Deine potenziellen Kunden zu erreichen, reichen aber schon wesentlich weniger Wörter. Wie würde Karl Kratz sagen: „So lang wie geil … möglicherweise ein wenig kürzer“. Das folgende Beispiel zeigt einen Beitrag einer Bloggerin aus Toronto, die ihre Inhalte nach dem Lean Prinzip entwickelt.

20121228 Book - Running Lean - Ash Maurya

Quelle: http://sachachua.com

Whitepaper

Auch ein Whitepaper lässt sich als Prototyp erstellen, wenn Du mit dem arbeitest, was Du schon hast. Bring die Blogposts, die gute Resonanz gebracht haben, in ein Word-Dokument und integriere noch eine Infografik, die Du dann Stückchen für Stückchen in den Text einstreust.

Weiterführende Links:

Clear out your drafts by scheduling Minimium Viable Posts

Lean Content Marketing

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Style Guide: So wirkt Dein Instagram Feed attraktiver – Corporate Design

Du bist fleißig auf Instagram am Liken und Kommentieren, weil Du gelesen hast, dass Du dadurch neue Leute auf Dich aufmerksam machst. Diese klicken auf Dein Profil … so weit, so gut … aber Du bekommst keine neuen Follower. Dein Instagram Feed spricht niemand wirklich an und somit werden sie dir nicht folgen. Es wird Zeit, dass Du Dein Profil etwas „aufhübscht“. Dabei hilft Dir dieser Style Guide.

Dein Instagram Account ist wie eine Visitenkarte. Auf der würdest Du vermutlich auch nicht auf die Idee kommen, dass Du plötzlich völlig andere Farben und ein völlig anderes Logo verwendest, oder? Bleiben wir noch einen Augenblick bei dem Gedanken, dass Dein Instagram Account (wie übrigens jeder Webauftritt) Deine Visitenkarte ist. „Schlechter Content“ ist wie „Eselsohren“ oder „Kaffeeflecken“ (in Form von „minderwertigem Content“) und eine Visitenkarte, die so aussieht, landet meistens im Müll (bzw. bekommt keine Follower). Ein Prototyp ohne Nutzen bekäme auch keine Interessenten.

Du hast möglicherweise sogar eine einheitliche Sprache (Tonalität für ihre Inhalte) für Dein Marketing entwickelt. Damit ist es doch eigentlich völlig logisch, dass Du Deinen Instagram Feed genauso gestaltest. Aber wenn ich mir viele Accounts anschaue, dann sehe ich dort keine klare Linie. Entgegen dem sonstigen Corporate Design wird einfach gepostet, was vor die Linse kommt. Es wird die Chance vergeben mit einem schönen Instagram Feed und viel Interaktion recht schnell Aufmerksamkeit und damit neue Follower auf sich zu ziehen.

Ein kleines Style Guide Experiment

Schaue Dir die drei Screenshots an und lasse sie einen Moment auf Dich wirken.

Screenshot Instagram Lipichan

® Quelle: Instagram Lipichan

 

 

Was fällt Dir auf? Welche(r) Feed(s) spricht (sprechen) Dich an? Vermutlich wird Dir der dritte Feed am wenigsten gefallen, oder? Warum das so ist, zeige ich Dir in diesem Style Guide.

Style Guide Tipp #1: Gib Deinem Account Persönlichkeit

Dein Warum

Wie Simon Sinek schon sagte: „Start with WHY„. Also warum besteht Deine Marke? Was ist Dein Angebot und was willst Du erreichen? Dein Account sollte eines von drei Dingen tun: inspirieren, unterhalten oder Informationen teilen. Also bevor Du aktiv wirst, stelle Dir die Frage, was Du mit Deinem Account aussagen möchtest.

Instagram Bio

Leider nutzen viele die Möglichkeiten, die ihnen die Biografie bietet nicht oder nur ungenügend. Wie ist es mit Dir? Verrät sie etwas über Dein Angebot oder anders formuliert, beantwortet es aus Sicht Deiner Interessenten die Frage: „What’s in for me“. Zeigst Du ihnen, wie Du für sie tätig werden kannst… Welchen Nutzen Du ihnen liefern könntest?

Schauen wir uns dazu ein Beispiel an:

Alex Tooby’s Bio, eine US-amerikanische Instagram-Expertin, sieht wie folgt aus:

Aus dieser geht klar hervor, was sie anbietet (I help you reach your ideal audience on IG) und sie weist auch noch auf ihr neues Tutorial hin.

Nutze Insta-Highlight-Stories, um Dich vorzustellen. So bekommt Dein potenzieller Abonnent ein klares Bild von Dir. Wie das aussehen kann, zeigt ebenfalls das Profil von Instagram-Expertin Alex Tooby (Auf ihrem Profil findest Du ein Highlight namens „About Alex“. Wenn Du auf die Geschichte klickst, lernst Du mehr darüber, was sie macht, warum Du ihr vertrauen solltest und wie sie Dir helfen kann).

Ein weiteres Style Guide Experiment

Screenshot Alex Tooby

Quelle: Instagram Alex Tooby

Instagram Alex Tooby (mit Logo)

Welches Profil spricht Dich eher an und welchem Profil würdest Du eher folgen? Menschen folgen lieber Menschen als einem unbekannten Logo. Wenn Du natürlich mit Deinem Logo bekannt bist, dann kann Dein Logo Dein Profilfoto sein. Ansonsten ist es besser, wenn Du Dich nicht hinter Deinem Logo versteckst. Wir Menschen lieben es zu wissen, wer der Gegenüber ist. Das schafft Vertrauen. Ich vermute also, dass Dich das Profil mit Alex‘ Foto mehr anspricht.

Style Guide Tipp # 2: Schaffe ein einheitliches Bild

Ein einheitliches Erscheinungsbild führt zu einem hohen Wiedererkennungswert.

Erzeuge eine klare Stimmung auf Deinem Account

Besonders beliebt bei Instagram sind farbenfrohe und helle Feeds.

Quelle: Walltraveled

Aber viele Unternehmen nutzen Instagram nicht nur wegen dem Zuwachs an Followern, sondern auch, um die Bildsprache ihres Blogs oder Unternehmens zu kommunizieren. Deshalb überlege Dir deshalb genau, welche Stimmung zu deinem Blog oder Unternehmen passen könnte. Als Beispiel für 2 Feeds mit eher dunkler Atmosphäre möchte ich den Schock-Rocker Marilyn Manson oder den Gothic Shop Queen of Darkness nennen.

Screenshot Manson

Quelle: Istagram Marilyn Manson

 

Screenshot Insta Queen of Gothic Fashion

Quelle: Instagram Queen of Fashion

Achte auf die Harmonie

Betrachte Deinen Feed immer als Ganzes und nicht nur die einzelnen Fotos. Richte dabei Deinen Blick besonders auf das letzte und das dritte Bild, denn das sind die Nachbarn des neuen Fotos.

Ein schönes Beispiel für einen harmonischen Feed findest Du auch bei dem Blogger Murad Osman. Die Harmonie entsteht hier unter anderem durch das Motiv der Frau, die immer im Zentrum des Fotos steht. Die Kunst besteht darin, Abwechslung in den Feed zu bringen und trotzdem einen zusammenhängenden Feed zu kreieren. Mit einem lieblos zusammengewürfelter Feed gewinnst Du nämlich a) keine neuen Follower und stärkst b) Deine Bildsprache nicht.

Screenshot Murad Osman

Quelle: Instagram Murad Osman

Farben haben einen großen Einfluss auf das Gesamtbild Deines Feeds. Dein Farbschema ist die visuelle Identität Deines Feeds. Wähle am besten 3 – 5 Farben aus und bleibe dabei.

Beispiel: Braun, beige, grün

Screenshot byhannahrose

Quelle: byhannahrose

So banal es sich auf den ersten „Blick“ liest, aber Weiß sollte Weiß sein. Ich denke, dass es Dir auch schon aufgefallen ist, dass Weiß „unterschiedliche“ Farben haben kann – also zum Beispiel einen Gelb- oder Blaustich. Deshalb ist es wichtig, dass Du bei der Bearbeitung die Wärme anpasst. Wenn Weiß nicht rein Weiß ist, dann kannst Du Dir noch so viel Mühe geben, aber es wird Dir fast nicht gelingen, dass Deine Bilder harmonisch wirken.

Bearbeite Deine Fotos mit dem gleichen Filter

Um einen harmonischen Eindruck zu hinterlassen, ist es ratsam, dass Du die Fotos immer mit den gleichen Filtern bearbeitest. Wenn Du eher witzige Postings machst, dann kannst Du einen farbenfrohen Filter einsetzen.

Bearbeite Deine Bilder immer nach dem gleichen Schema. Wie der Ablauf dann genau ist, gilt es für Dich selber herauszufinden. Achte bei Deinen Bildern aber auf folgende Punkte:

Helligkeit, Kontrast und Sättigung sollten ungefähr gleich sein. Das heißt nicht, dass Du für alle 3 Punkte den gleichen Wert nimmst, sondern, dass Bild A und Bild B einen ähnlichen Look haben sollen. Welche Werte Du für das einzelne Bild nimmst, hängt auch vom Motiv ab. Alle Fotos benötigen eine individuelle Anpassung. Bis das richtig perfekt aussieht, dauert es etwas. Halte Dich damit am Anfang nicht zu lange auf. Übung macht den Meister 😉 Übrigens Rahmen sind Old School und ich rate Dir sie auch nur noch in dem Zusammenhang einzusetzen, aber dann konsequent für alle Fotos oder keins.

Versichere Dich, dass das Bild zu Deinem Feed passt

Dafür gibt es 2 Möglichkeiten:

  • Bearbeite das Foto in Instagram, bis es Deinen Vorstellungen entspricht und anstatt des jetzt sofort zu veröffentlichen, sendest Du es Dir anschließend per Insta Direkt. Dann landet es in Deinem Instagramalbum und Du kannst schauen, ob das Foto zu den restlichen passt oder noch etwas bearbeitet werden muss.

 

  • Gibt es auch Apps, die Dir dabei helfen können, beispielsweise Review. Mit der gratis App kannst Du nicht nur nicht Bilder bearbeiten, sondern Du erhältst auch Statistiken über die Likes und Kommentare des letzten Monats. Bilder können hochgeladen und solange durch den Feed bewegt werden, bis sie dort sind, wo sie Dir gefallen. Sie bietet Dir auch die Möglichkeit, dass Du dort Deine Captions schreibst und für verschiedene Kategorien wie Food, Travel oder Fitness liefert sie Dir vorgefertigte Hashtag-Gruppen, die Du einzeln selektieren oder als Gruppe zu Deinem Bild hinzufügen kann. Mit einem Klick sind Caption und Hashtags dann kopiert und werden automatisch zu Instagram importiert. Super praktisch!

Style Guide Tipp # 3: Sorge für Abwechselung

Immer nur dieselbe Art von Fotos zu posten, wäre auf Dauer für den User langweilig. Deshalb rate ich Dir, dass Du Dir 3 – 4 Themengebiete suchst mit denen Du in Zukunft Dein Instagram-Profil bespielen möchtest, beispielsweise:

  • Zitate
  • Fashion
  • Selfies
  • Flatlays

Diese Themengebiete werden natürlich bei jedem anders aussehen. Das Wichtigste ist, dass Deine Bilder abwechslungsreich sind und trotzdem vom Thema her perfekt zu Deiner Zielgrupe passen.

Manchmal reicht es für die Abwechselung (zum Beispiel im Fashionbereich), wenn Du beim Erstellen die Perspektive wechselt oder unterschiedliche Ausschnitte verwendest, beispielsweise Ganzkörper im Stehen, im Sitzen, mal ein Oberkörper Bild oder einfach nur ein Portrait mit einer coolen Brille oder Mütze. Dann mal ein Foto von hinten und ein paar Detailbilder.

Screenshot Stylemocca

Quelle: ® by Stylemocca / Feed by Stylemocca

Es gibt viele Varianten und Möglichkeiten. Probiere ruhig etwas aus und denk dran, besonders am Anfang gilt es zu lernen. Sei kreativ! Es sieht nicht besonders schön aus, wenn 2 Fotos mit dem gleichen Format nebeneinander stehen, also beispielsweise 2 Ganzkörperaufnahmen nebeneinander.

Style Guide Tipp # 4: Entwickele eine persönliche Note

Ergänzend zu Tipp #3 Du füllst Deinen Feed mit Füllbildern, die nicht zu Deinem Hauptthema gehören, aber trotzdem dazu passen. Stelle Dir vor, dass Du Fashionfotos postest, dann passen dazu beispielsweise ein Sonnenuntergang am Hafen oder eine idyllische Landschaft. Du wirst meistens für diese Bilder nicht so viele Likes bekommen wie mit den Fashionfotos, denn die meisten folgen Dir wegen Deiner Fashionfotos, aber diese Farbtupfer geben Deinem Blog eine persönliche Note.

Style Guide Tipp # 5: Qualität vor Quantität

In manchen Ratgebern liest Du, dass Du so oft wie möglich, jedoch mindestens 2 x pro Tag posten solltest. Hast Du wirklich so viel hochwertigen Content von dem Du zu 100 % überzeugt bist, dann kannst Du das ruhig machen. Aber ich denke mal, dass es bei Dir so ist wie bei mir, dass Du nicht immer gute Fotos hast, die Du gerne posten würdest. Wenn Du es dann doch machst, dann entsteht ein liebloser Feed, der nichts für Dich tut und folglich auch keine Begeisterung bei User auslöst. Daher gilt: es ist besser an einem Tag mal kein neues Foto zu posten, als eines aus der „Not heraus“. Deine Follower erwarten nicht, dass Du täglich 5 Bilder hochlädst, sondern sie freuen sich eher über 1 tiptop aussehendes Bild.

Style Guide Tipp # 6: Kopiere nicht einfach!

Dir mag ein bestimmter Feed noch so gut gefallen und er mag noch so viele Follower haben, aber kopiere den Account nicht einfach. Das eine oder andere Regram ist okay, besonders, wenn es sich um ein positives Zitat handelt, aber halte die Anzahl Deiner Regrams auf einem Minimum. Denk dran, dass Social Media etwas mit Vertrauen zu tun hat und das erreichst Du am besten durch Authentizität.

Fange mit diesen Tipps an, wenn Du später mehr Erfahrung hast, dann gibt es noch einige Elemente, die Du optimieren kannst.

Fortgeschritten:

Style Guide Tipp #7: Kreiere eine Bildsprache

Wenn Du bereits Erfahrungen gesammelt hast und weißt, welche Art von Content Deinen Follower gefällt, wird es Zeit, diesen zu optimieren.

Screenshot Emily Luciano

Quelle: Instagram Emily Luciano

Du hast Dir zu Beginn Deiner Instagram Aktivitäten Gedanken darüber gemacht, WEN Du auf Instagram ansprechen möchtest. Suche beispielsweise bei Wettbewerbern, bzw. auch in Deinem Account nach Konten von Mitglieder dieser Zielgruppe. Du kannst auch unter den für Dich relevanten Hashtags schauen. Nimm Dir ein wenig Zeit und analysiere: Was gefällt diesen Menschen? Was liken sie? Was posten sie selber?

Style Guide Tipp #8: Entwickele einen eigenen „Fotografie Stil“

Natürlich hängt der harmonische Eindruck auch davon ab, dass Du möglichst immer den gleichen Stil verwendest.

So wirkt ein Bild vor einer komplett einfarbigen Wand meistens ziemlich ruhig. Wohin gegen ein Foto vor einer Wand voller Graffitis eher unruhig wirkt. Soweit es möglich ist, solltest Du daher beim Foto auf einen einheitlichen Aufbau achten. Aber natürlich lässt sich nicht überall der Hintergrund gestalten, das hängt auch vom Motiv ab. Hinter einem Bauwerk ist es natürlich schwieriger extra für das Foto den Hintergrund zu verändern 😉

Für Produktcollagen wären beispielsweise ein komplett weißer Hintergrund oder auch Holzhintergründe denkbar. Eine Möglichkeit ist es auch den Hintergrund bewusst unscharf zu wählen. Wie die Beispiele von Walltraveled und Splendid Rags zeigen, eignen sich auch schöne Wände für stimmungsvolle Fotos.

Style Guide Tipp # 9: Achte auf das Licht

Wer schon einmal in dunklen Räumen fotografiert hat, kennt das: das Foto sieht nicht so hochwertig aus. Je nach Qualität der Kamera ist das Foto wirklich nur für Privatzwecke zu gebrauchen. Folglich spielt auch das Licht bei schönen Fotos eine wichtige Rolle.

Wenn Du Bilder in Deiner Wohnung knipst, dann möglichst nur bei Tageslicht und in Fensternähe. Du erreichst damit, dass die Bilder richtig schön hell werden und Du sie mit wenig Verändern der Helligkeit und des Kontrasts schnell instagramtauchlich bekommst.

Vielleicht hast Du auch schon einmal bei prallem Sonnenlicht fotografiert. Es entstehen unschöne Schatten, die Du schlecht retuschieren kannst. Am besten eignet sich eine leichte Bewölkung, denn dabei gibt es wenig über- oder unterbelichtete Stellen und das Licht wirkt weich und einheitlich.

Style Guide Tipp #10: Authentizität

Last but noch least … bei allen Wünschen nach Einheitlichkeit und Optimierung ist es wichtig, dass Du Deine Natürlichkeit und Authentizität nicht verlierst. Nur wenn Dich Dein eigener Inhalt und die Darstellung selber anspricht, dann kannst Du auf Deine Follower authentisch wirken. Im besten Fall sollte jedes Foto eine eigene Geschichte erzählen und Lust auf mehr machen.

Lass Dir keinen Stil aufzwängen, den Du in Wirklichkeit nicht magst. Das macht Dich auf Dauer auch unkreativ.

Style Guide Tool Tipp zur Farbanalyse

Vor Kurzem bin ich auf COLORKULER gestoßen, meiner Meinung nach ein sehr nützliches Online Farbanalyse Tool, um die Farbgebung Deiner Fotos zu analysieren. So bekommst Du ein Gefühl für Deine persönliche Farbgebung. Du musst nur den Namen Deines Accounts eingeben und schon erscheint die aktuelle Farbpalette.

Fazit

Auf Instagram werden im Gegensatz zu anderen Plattformen Emotionen vor Informationen gestellt. Deinen Instagram Feed einheitlich zu gestalten lohnt sich meistens, aber es ist nicht einfach und erfordert Arbeit. In diesem Artikel habe ich Dir 10 Tipps gegeben, wie es Dir gelingen kann. Sieh die Tipps eher als Werkzeugkasten, aus dem Du Dich bedienen kannst, aber nicht musst. Wichtiger ist, dass Dir Instagram Spaß macht und Du Deine Authentizität behältst.

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Content Marketing für KMU

Content Marketing ist ein wichtiger Bestandteil des Social Media Marketings und somit schon lange nicht mehr aus der modernen Unternehmenskommunikation wegzudenken. Es wird Content Marketing auch als Inhaltsmarketing bezeichnet. Im ersten Moment klingt Content Marketing vielleicht für Dich als als Inhaber eines kleinen und mittelständischen Unternehmens nach etwas, dass sich nur für Großunternehmen eignet. Aber im Grund genommen ist Content Marketing nicht neu. Schon lange schreiben und verbreiten Unternehmen Texte, um ihre Kunden über ihre Angebote zu informieren.

Dieses wurde jedoch durch die modernen Kommunikationsmöglichkeiten noch einfacher. Während Du früher Newsletter erstellt, Pressemitteilungen versendet oder Anzeigenwerbung geschaltet hast, kannst Du heutzutage im Social Media direkt mit Deinen Interessenten kommunizieren. Aber auch ein Blog auf Deiner Seite bietet sich für Dein Content Marketing an. Zur Erstellung von hochwertigen Inhalten, z. B. Videos, Podcasts, Info-Grafiken gibt es im Internet eine Zielzahl von kostenloser Software. Videos lassen sich mittlerweile sogar sehr schnell und einfach übers Handy erstellen und teilen.

Es ist folglich gar nicht so kostenintensiv Content Marketing zu machen. Im Vergleich zu Anzeigenwerbung, dem Versand von Prospekten oder Mailings ist es sogar ein recht kostengünstige Marketing-Instrument. Somit eignet sich Content Marketing auch für dich als Inhaber eines KMUs.

Dabei ist egal, ob Du Handwerker, Gastronom, Bauingenieur, Anwalt, Arzt, Fotograf oder Bestatter bist – auch in kleineren Gewerben lassen sich interessante Themen finden, um durch interessante Inhalte Kunden gewinnen und die allgemeine Bekanntheit Deines Unternehmens steigern. Wichtig ist dabei, dass Du nicht ohne Strategie drauf los zu schreibst.

Doch was ist überhaupt Content Marketing?

Nähern wir uns dem Thema zunächst durch eine Definition. Hierzu schauen wir zunächst im deutschen Wikipedia:

Content Marketing ist eine Marketing-Technik, die mit informierenden, beratenden und unterhaltenden Inhalten die Zielgruppe ansprechen soll, um sie vom eigenen Unternehmen und seinem Leistungsangebot oder einer eigenen Marke zu überzeugen und sie als Kunden zu gewinnen oder zu halten.

Jetzt noch ein Blick in die englischsprachige Wikipedia:

Content marketing is any marketing that involves the creation and sharing of media and publishing content in order to acquire and retain customers. Content marketing is also defined as a strategic marketing approach focused on creating and distributing valuable, relevant, and consistent content to attract and retain a clearly-defined audience — and, ultimately, to drive profitable customer action.

Daraus lassen sich folglich drei Hauptziele für Content Marketing bestimmen:

  1. Positionierung der Marke
  2. Kundengewinnung
  3. Kundenbindung

Genau genommen gehen die Meinungen und Kommentare bei der Definition des Begriffs Content Marketing jedoch weit auseinander. Somit sind über Jahre je nach Perspektive des Betrachters sowohl Branding-zentrierte, SEO-zentrierte als auch PR-zentrierte Auslegungen des Begriffs Content Marketing entstanden. Die SEO-Szene betrachtet Content Marketing als Teil der Suchmaschinenoptimierung, um beispielsweise Linkaufbau zu betreiben. Aus der PR-Sicht betrachtet wird es als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit gesehen. Genau genommen ist Content Marketing jedoch von allem etwas. Soweit zu den unterschiedlichen Definitionen.

Aber um was geht es wirklich?

Die Definitionen sind also nur eine begrenzte Hilfe. Schauen wir uns also die Aufgaben, Ziele und Schwerpunkte des Content Marketing im Folgenden genauer an.

Das Ziel des Content Marketing ist es, dass Du mit relevanten Inhalten Deine relevante Zielgruppe informierst, begeisterst und unterhältst. Mit hochwertigen, authentischen Inhalten schaffst Du eine Vertrauensbasis. Deine Leser halten Dich für glaubwürdig. Du baust Dir einen Expertenstatus und somit Deine Marke auf. Sie kommen bei Problemen / Bedürfnissen auf Dich zu.

Wichtig ist, dass Deine Angebote (Produkte / Dienstleistungen) in den Hintergrund rücken und dafür mit Deinem Know-How glänzst. Es geht nicht darum, dass Du Deiner Zielgruppe etwas verkaufen oder Werbung machen möchtest. Sondern vielmehr baust Du Dir eine Community auf, die sich für Deine Informationen interessieren und sich darauf freuen. Ein weiterer Unterschied zu von vielen als nervig empfundenen Marketingmaßen, wie z. B. Fernsehwerbung. Es ist Dir jedoch erlaubt, dass Du mit Deinem Content bei ihm ein Bedürfnis weckst oder ihm Wege aufzeigst, wie Du sein Problem lösen könntest. Vergiss dabei jedoch nicht, dass es um Informationen und nicht um Verkauf geht.

Content Marketing ist somit ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskommunikation, das verschiedene Disziplinen und Aufgaben in sich vereint.

Content übernimmt dabei immer mehr die eigentliche Rolle des Werbemittels als Mittel zum Erstkontakt und zur emotionalen Ansprache. Dabei steht der Content im Mittelpunkt der PR, Social-Media-Marketing, SEO und des E-Mail Marketings.

  • PR lebt von guten Inhalten
  • E-Mail-Marketing funktioniert besser durch gute Inhalte
  • Social-Media-Marketing lebt durch emotionale Inhalte bei Facebook, Twitter & Co.
  • SEO ohne gute Inhalte funktioniert nicht mehr bzw. die Nutzer und damit auch Google liebt gute Inhalte

Evolution des Marketings

 

Welche Content-Arten gibt es im Inhaltsmarketing?

Content-Marketing umfasst meist kostenlose Inhalte in Form von z.B.

  • Blogbeiträgen
  • Infografiken
  • Software
  • Spielen
  • Tests
  • Umfragen
  • Studien
  • Whitepaper
  • Ratgebern
  • E-Books
  • Webinare
Bei Events kann man verschiedener Meinung sein, ob es sich um Content-Marketing handelt oder nicht. Ich denke aber, dass Events zumindest ein sehr gutes Mittel sind, Inhalte wie Interviews, Videos, Recaps etc. daraus zu entwickeln.

Ziele des Content-Marketings für kleine und mittlere Unternehmen

Manchmal ist es insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen schwer, mit möglichst geringen finanziellen Mitteln ein funktionierendes Marketing zu betreiben. Wie ich bereits angeführt habe, eröffnet Dir das Content Marketing im Gegensatz zu vielen anderen (Online-)Marketing-Maßnahmen einen großen Handlungsspielraum. Jeder Mitarbeiter kann seinen Teil dazu beitragen, vielleicht trauen sich einige nicht, weil sie Angst haben etwas falsch zu machen. In dem Fall kannst Du ihnen mit Social Media Guidelines eine Orientierungshilfe bieten. Deine Mitarbeiter sind jedoch gute Botschafter Deiner Marke und können Dir außerdem helfen die Kosten für die Erstellung des Contents niedrig zu halten.

Die Aufgabe von Content Marketing ist es auch Leads (potenzielle Kunden) zu gewinnen. Dazu ist es notwendig, dass Du nicht nur regelmäßig wertvolle oder unterhaltsame Inhalte lieferst, sondern ihnen auch etwas besonderes bietest. Im folgenden Punkt „Integration in Dein Unternehmen“ zeige ich Dir dafür ein Beispiel.

Integration in Dein Unternehmen

Das klingt soweit für Dich ganz gut, aber was bringt Dir das Ganze, wenn Du es nicht erfolgreich in Dein Unternehmen integrieren kannst? Wie bringst Du Deine Leser dazu, dass sie Käufer werden?

Es geht um Folgendes: Du machst aus Deinem „Publikum“ (a) potenzielle Interessenten (b) und diese dann zu Kunden (c). Dazu benötigst Du für alle drei Phasen (a bis c) passende Themen und die richtigen Formate. Alle drei Phasen müssen nahtlos ineinanderfließen.

Nehmen wir als Beispiel an, dass Du Inhaber eines Malersgeschäfts mit 5 Angestellten bist. In einem Social Media Post (a) beschäftigst Du Dich mit einer Top-10-Liste (Format) mit den besten Tipps / Ideen für die Wandgestaltung (Thema). Auf dieser Liste (b) baut eine E-Mail-Serie (Format) mit dem Thema „Mit diesen 6 Tipps findest Du für jedes Zimmer die richtige Farbe“ auf. Für potenzielle Interessenten ist das bestimmt verlockend. Wie Du siehst, steht die Vermittelung von Wissen im Vordergrund.Du überzeugst Deine Interessenten davon, dass Du über das entsprechende Know-how verfügst. So gewinnst Du natürlich das Vertrauen Deiner Leser und kannst (c) Deine eigenen Produkte und Leistungen vorstellen. An einem Beispiel zeigst Du dann in einem Video (Format) wie gut, schnell und zuverlässig Du Malerarbeiten ausführst. Lasse zufriedene Kunden zu Wort kommen (Reputation = Format) und führe Referenzen (Format) auf.

Möglicherweise unterbreitest Du zum Schluss ein unwiderstehliches Angebot. Durch die geschickte Kombination von Themen und Formaten unterstützt Du Deinen Vertrieb. So kannst Du mit Content Marketing den Umsatz ankurbeln.

Herausforderung

Für Content Marketing gibt es kein Patentrezept. Für viele kleine und mittlere Unternehmen ist immer noch die Erfolgsmessung und die Schaffung von neuen interessanten Inhalten die größte Herausforderung.

Dabei lässt sich immer noch ein Fehler beobachten. Das Content Marketing wird oftmals noch falsch verstanden. Bei der Erstellung gilt grundsätzlich: Qualität vor Quanität! Poste lieber einmal nichts, als etwas hinter dem Du nicht richtig stehst. Gutes Content Marketing bedeutet nicht die massenhafte Streuung möglichst vieler Inhalte, sondern den bestmöglichen Content zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu platzieren. Wenn Du Deine Zielgruppe kennst, dann kannst Du Dich an ihrer Customer Journey orientieren.

Die Content Marketing-Strategie

Zunächst einmal gilt für Deine Strategie: konzentriere Dich zunächst auf ein soziales Netzwerk. Wenn Du dort Deine Ziel erreicht hast, kannst Du Dir ein nächstes Social Media Medium suchen. Nur weil es so viele Angebote gibt, musst Du nicht überall vertreten sein.

Weiterhin gilt: eine Content Marketing Strategie erfordert von Dir die Bereitschaft, dass Du dich mit dem Thema auseinandersetzt, ein Format zur Content-Veröffentlichung schaffst und bereit bist Dein Wissen mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Content Marketing ist genauso wie Social Media Marketing keine kurzfristige Kampagne. Es reicht nicht, wenn Du einmal im Jahr eine Content Marketing Maßnahme realisierst. Wichtig ist, dass Deine Inhalte einen Seriencharakter entwickeln.

Natürlich kostet gezieltes Content Marketing Zeit. Entweder bist Du selber im Social Media aktiv oder Du sprichst online-affine Mitarbeiter an, gibst ihnen die richtigen Werkzeuge und Ratgeber an die Hand und lässt ihnen Zeit für die Realisierung. Aber die Investition lohnt sich, denn angenommen, Du suchst im Internet nach einer bestimmten Information und triffst dabei auf ein Unternehmen, dassich durch zahlreiche aktuelle und wissenswerte Inhalte als Experte dieser Branche präsentiert. Würdest Du diesem Dienstleister dann nicht Vertrauen schenken?

5 Tipps – worauf KMUs bei der Realisierung ihrer Marketingstrategie achten sollten

Du bist Dir nicht sicher, wie Du anfangen sollst? Dann habe ich hier 5 Tipps für Dich.

1. Zielgruppe definieren

Als erstes gilt es Deine Zielgruppe zu definieren. Am besten nutzt Du dafür das Persona Modell. Du hast schon Kunden, dann gilt es natürlich einen engen und persönlichen Kundenkontakt aufbauen. Was interessiert Deine Kunden? Welche Informationen brauchen sie? Welche Emotionen sprechen sie an? Es ist sinnvoll, dass Du regelmäßig Deine Kundenliste überprüfst, um festzustellen, welche Merkmale Deine Zielgruppe ausmachen.

2. Ziele festlegen

Es reicht nicht aus, Inhalte zu erzeugen – Du musst auch deren Erfolg überprüfen. Jeder Content sollte deswegen mit einem Ziel produziert werden. Möchtest Du:

a) neue Kunden anlocken?

b) die Verkaufszahlen bei Euren existierenden Kunden steigern?

c) ein neues Produkt aufmerksam machen?

Wenn Du neue Kunden auf Dein Unternehmen aufmerksam machen möchtest, dann benötigst Du einen völlig anderen Content, als wenn Du Deine Stammkunden ansprichst. Bei der Neukunden-Gewinnung ist es zum Beispiel wichtig, dass Du Dein Unternehmen und Dein Angebot vorstellst. Wendest Du Dich hingegen mit deinem Kunden an bestehende Kunden, dann kannst Du beispielsweise zeigen wie sie Dein Angebot noch nutzen können. Auch die Nachbereitung ist wichtig: hab einen verstärkten Fokus auf Kontaktanfragen oder kontrolliere, wie sich der Content auf Deine Verkaufszahlen auswirkt.

4. Regelmäßig posten

Qualität ist wichtiger als Quantität – trotzdem darf natürlich eine Regelmäßigkeit nicht fehlen! Lege einen festen Rhythmus fest, wann Du was postest und erstelle einen Redaktionsplan. Dabei gilt es auch saisonalle Höhepunkte wie z. B. die Fußball WM, Messen, Jahres- sowie Feiertage zu berücksichtigen. Ergibt sich z. B. auf Grund eines Feiertages oder einer bestimmten Jahreszeit (z. B. Sommer) eine größere Nachfrage nach Deinem Angebot?

5. Erfolgreichen Content ‚recyclen‘

Du musst nicht jedes sMal das Rad neu erfinden: gerade Evergreen-Content (also Inhalte, die nicht aus der „Mode“ kommen) sind für KMUs wichtig. Inhalte sind bei Deinen Kunden gut angekommen? Dann benutze ihn nochmal. Du kannst ihn dafür etwas ausschmücken, z. B. in Form eines Videos wiedergeben.

Welche Content-Marketing-Instrumente können KMU am einfachsten umsetzen?

Oft verfügen kleine und mittlere Unternehmen über umfangreiches Fachwissen. Die Beratung ist oft ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil. Dieses Wissen könnte die Grundlage für einen Ratgeber sein, der sich oftmals einfachen Mitteln umgesetzen lässt. Aber auch Produkttests, die mit dem Handy eingefangen werden, sind in Summe oftmals erschwinglich. Es kommt nicht zwangsläufig auf eine Umsetzung mit den allerhöchsten professionellen Ansprüchen an Bild und Ton an, sondern darauf, dass der Content hilfreich oder unterhaltsam ist. Oftmals hilft es „einfach mal zu machen“, statt den besten Video-Cutter der Welt engagieren zu wollen. Content und Marke sollten zusammen passen. Die Wiedererkennung muss gegeben sein.

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RESONANT – oder das Ende der SMART-Ziele

loDie Methode der SMART Ziele hat ihren Ursprung im Zeitmanagement. Dort wird sie insbesondere im Projektmanagement verwendet. Jetzt könntest Du sagen: „Ok, der Aufbau und die Pflege meiner Social Media Aktivitäten ist auch ein Projekt. Dann kann ich wunderbar mit dieser Methode arbeiten“. Genauso ist es auch in Praxis. Viele Agenturen landauf und landab verwenden die SMART Formel. Ich bin jedoch der Meinung, dass SMART Ziele gerade im agilen Social Media Marketing nicht der richtige Ansatz zur Zielformulierung und Zielfindung ist.

Warum ist eine klare Zielformulierung für Deine Social Media Aktivitäten überhaupt wichtig?

Unklare Projektziele sind der Grund schlechthin, weshalb Projekte scheitern. Und das willst Du sicher bei deinen Projekten vermeiden.

Der bekannte Business Coach Roman Kmenta definiert die Aufgabe von Zielen wie folgt: „Ziele sind meines Erachtens nicht dafür da erreicht zu werden, sondern sollen Menschen mit Handlungsenergie versorgen. Ziele sollen begeistern. Ziele sollen Menschen, Mitarbeiter eines Teams oder Unternehmens, verbinden. Ziele sollen gleichzeitig trennen: Diejenigen, die sich für das Ziel begeistern von denjenigen, die es weltfremd, langweilig oder uninteressant finden …“.

Doch zunächst möchte ich das SMART Modell kurz vorstellen und dann im zweiten Schritt meine Kritik daran äußern. Wer das Modell bereits kennt, kann direkt zu meiner Kritik sowie meinem Lösungsansatz gelangen.

SMART Ziele

SMART Ziele

Spezifisch: Die Ziele müssen so präzise wie möglich definiert werden. Es besteht kein Interpretationsspielraum

Meßbar: Die Erreichung der Ziele muss mit Messmethoden überprüfbar sein.

Akzeptiert: Die Ziele müssen vom Adressaten angenommen werden.

Realistisch: Die Zielerreichung muss möglich sein.

Terminierbar: Die Ziele müssen in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden.

Beispiel:

Ich werde die Besucherzahlen in meinem Blog innerhalb der nächsten drei Monate durch Keyword-Optimierung um 25% steigern, damit sich die Einnahmen durch Displaywerbung um 10% erhöhen

Soweit so „gut“. Sicherlich kann man mit dem Modell „leben“, aber meiner Meinung nach besteht berechtigter Anlass zur Kritik.

Kritik

Bei der Recherche nach der Bedeutung der Buchstaben S M A R T in dem Modell wirst Du viele unterschiedliche Varianten finden. Das gilt besonders für die Buchstaben S, A, R. So sprechen manche zum Beispiel bei A von attraktiv oder annehmbar. Dadurch ergibt sich natürlich immer wieder eine andere Gewichtung und es lassen sich bestimmte Aspekte betonen. Andere wichtige Punkte verlieren aber dafür wiederum an Wert.

Außerdem ist die SMART-Definition zu kopflastig und geht zu wenig auf die emotionalen Beziehungen oder den indivuellen Blickwinkel desjenigen ein, mit dem Du kommunizieren willst.

Doch wenden wir uns jetzt der Bedeutung der Buchstaben zu.

Kritik an der Bedeutung der Buchstaben

Fangen wir mit dem Positiven an: messbar (im Sinne von bewertbar) und terminiert bedürfen keiner großen Anpassung. Meine Kritik richtet sich vor allem auf die Bedeutung der Buchstaben S, A und R.

Spezifisch

Ein Ziel soll also eindeutig und klar formuliert sein. Eine Information darüber, ob das Ziel positiv oder negativ formuliert sein sollte, fehlt jedoch gänzlich. „Ich möchte nicht genauso kommunzieren wie der Wettbewerb“ ist bereits spezifisch, denn es ist ja klar, was Du nicht machen möchtest. Es wird aber nicht deutlich, was Du konkret tun willst. Eine Lösung wäre nur positive Definitionen eines Ziels zuzulassen.

Akzeptiert

Du kennst es sicherlich auch, dass Du nicht alles was Du akzeptierst, gut findest. Sicherlich ist in diesen Punkten dann Deine intrinische Motivation auch nicht so hoch. Manche Dinge würdest Du vermutlich auch ablehnen, wenn Du eine Wahl hättest. Ich denke dabei nur an die Internetseitenumstellung bezüglich der DSVGO.

Realistisch

Es soll erreichen werden, dass die Ziele nicht zu hoch oder zu niedrig angesetzt werden. Realistisch ist beispielsweise auch, dass Du einen Account bei Instagram einrichtest. Der Begriff „realistisch“ begrenzt die Anforderung also nur in eine Richtung: nach oben, aber nicht nach unten. Auch hier mag man einwenden: „Ja, das ist aber doch nicht gemeint!“ und dem stimme ich sogar zu. Nur soll ja mit SMART ein „spezifisches“ Ziel definiert werden und in dem Fall ist die Definition unvollständig beziehungsweise unzureichend.

Folgen

Erinnern wir uns an die Aussagen von Kmenta, dass Ziele nicht zwangsläufig erreicht werden müssen, sondern motivierend wirken sollen. Dann stellst Du sicherlich schnell fest, dass der realistische Ansatz der SMART Ziele genau hier krankt.

Du passt sie den Umständen an, bzw. ordnest Deine Ziele diesen unter. Dadurch verbaust Du Dir die Möglichkeit zu „träumen“, beziehungsweise das unrealistische anzustreben. Denn der Ansatz schließt gerade dieses gleich aus. Um auf Nummer sicher zu gehen, bleiben dann die SMART Ziele noch ein wenig unter dem realistischen Level.

Wenn Menschen ein Ziel haben, dann fragen sie sich: „Was muss ich dafür tun, um dieses zu erreichen“. Bei SMART Zielen lautet die Frage somit: „Was muss ich investieren, um das Realistische zu erreichen?“. Logischerweise wirst Du auf die Frage schnell eine Antwort finden, aber ist das Realistische auch das Mögliche? Da Dein Wettbewerb in der Regel auch nach der SMART Methode plant, wird er vermutlich ein sehr ähnliches Ergebnis erzielen. Du verbaust Dir folglich mit der SMART Formel die Chance etwas Einzigartiges zu schaffen und Dich vom Wettbewerb abzuheben.

SMART Ziele schaffen keine Begeisterung und Motivation. Eine alte Weisheit lautet: „Ein gutes Pferd springt nicht höher als es muss“. Stelle Dir folgende Situation vor: Du verkündest die Ziele für das neue Jahr. Du sprichst davon, dass ihr im Produktsegment A ein Umsatzwachstum von 7 % und im Produktsegment B ein Plus von 5,5% für die nächsten 12 Monate anstrebt. Nach den Kriterien der SMART Ziele sind diese sauber erfüllt. Deine Mitarbeiter denken „WOW“ und frenetischer Beifall erklingt. Wirklich? Oder fehlt die Motivation?

Außerdem werden meiner Meinung nach einige zentrale Fragen bei der Methode der SMART Ziele nicht beantwortet. Passt das Ziel überhaupt zur Zielgruppe, zur Marke, Deinen Ressourcen und zu Deiner übrigen Kommunikationsstrategie?

Die Alternative RESONANT Ziele

Bei der Suche nach einer besseren Bewertbarkeit der Ziele stieß ich auf einen Artikel von Lars Richter, der das Akronym RESONANT Ziele einführte.

Resonante Ziele

Richtungsweisend

Dein Ziel (Makroziel) soll eine (grundsätzliche) Richtung, z. B. Markenbekanntheit, vorgeben. Es wird also ein (gewünschter) Endstand (oder auch eine Vision) definitiert. Das Ziel funktioniert wie ein Wegweiser oder eine Landkarte. Um die Richtungsweisung hinzubekommen, verlegst Du das Ziel dann in viele kleinere Ziele (Mikroziele – zum Beispiel der Download Deines Whitepapers, Klick auf ein Video, etc.). So ist dann auch klar, wie Du Dein Hauptziel erreichen willst.

Erfolgsversprechend

Es muss eine realistische Chance geben, dass Du Deine Ziele auch wirklich verwirklichen kannst. Es besteht allerdings kein Garantieanspruch. Da es auch Störfaktoren geben kann, die das Erreichen des Ziels verhindern können, besteht diese Option weiterhin. Dadurch lässt Du Dir auch bewusst einen Spielraum für Fehler und Misserfolge, besonders in der ersten Phase in der es für Dich ums Lernen geht.

Selbstbewusst

Richter definiert S als Selbstverpflichtend. Da es bei ihm jedoch auch um ein völlig anderes Thema geht, erlaube ich mir S neu zu definieren und zwar mit SELBSTBEWUSST. In der modernen Psychologie hat dieser Begriff 2 Bedeutungen (nach zu lesen bei Wikipedia), die ich für die Social Media Kommunikation als elementar ansehe: „Selbsterkenntnis, Selbsterfahrung“ und „Selbstvertrauen, Zuversichert, Gewissheit, Sicherheit“.

Wenn Du also ein selbstbewusstes Ziel definierst, dann richtest Du einen Blick auf das Innere Deines Unternehmens. Ist das wirklich das Ziel, das ich / wir anstreben oder wird uns das von der Öffentlichkeit aufgedrängt? Wollen wir dafür stehen?

Objektiv überprüfbar

Social Media ist kein Selbstzweck und ohne eine Analyse der Ergebnisse funktioniert es nicht. Dieser Punkt entspricht im Großen und Ganzen den SMART-Prinzipien „Spezifisch“ und „Messbar“. Viele Ziele sind schwer in nackten Zahlen und Daten zu bewerten. Außerdem ist – wie Du möglicherweise schon öfter gehört hast – Social Media kein Sprint, sondern ein Marathon. Weiterhin ist es das Prinzip der Social Media Strategie nach dem Leanverfahren, dass Du ständig durch das Feedback Deiner Zielgruppe lernst. Aus diesem Grund schlage ich ein anderen Verfahren zur Bewertung heran und zwar sogenannte Key Learning Indicators of Progress (KLIPS).

Niveau

Das Ziel muss den Möglichkeiten Deines Unternehmens entsprechen und somit ein angemessenes Niveau besitzen. Es darf nicht zu leicht sein, aber auch nicht zu schwer, sondern sollte (ganz im Sinne des Flows-Konzeptes) immer ein klein wenig über den Möglichkeiten und Fertigkeiten Deines Unternehmens liegen, sodass hierdurch auch ein motivationaler Ansporn erzielt wird. Beispiel: Wenn Du Dir das Ziel setzt, dass über Social Media ein 24h-Kundensupport besteht, dann ist das kein niveauvolles Ziel. Setzt Du Dir jedoch das Ziel innerhalb eines gewissen Zeitraums xxx Follower zu bekommen (wobei das Ziel etwas über der realistischen Planung liegt), dann handelt es sich um ein niveauvolles Ziel.

Affinität mit der Marke, der Zielgruppe und anderen Zielen

Sicherlich einer der wichtigsten Punkte in der Social Media Zielsetzung. Nach der SMART Methode könntest Du beispielsweise ein Ziel aufstellen: „Ich möchte innerhalb von 1 Jahr 60 % meines Kundensupports über Social Media abdecken“. Es ist spezifisch (Kundensupport), meßbar (60 %), akzeptiert, realistisch (wenn Du die entsprechenden Ressourcen zur Verfügung stellst), terminiert (innerhalb 1 Jahres) … Alle Kriterien eines SMART Ziels wären somit erfüllt. Aber wenn dieses Ziel nicht zu Deiner Marke oder Deiner Zielgruppe passt, weil diese zum Beispiel Diskretion und persönlichen Service schätzt, dann ist es nicht sinnvoll dieses in Angriff zu nehmen. Es ist also darauf zu achten, dass die Zielsetzung auch wirklich zu Deinem Unternehmen passt.

Neue Perspektiven eröffnen

Dient das Ziel dazu, neue Realitäten zu erzeugen? Beispielsweise eine höhere Markenbekanntheit, ein besserer Kundensupport, besseres Image Deines Unternehmens / Deine Marke in den Köpfen Deiner Zielgruppe? Ermöglicht Deine Social Media Kommunikation Dir neue Möglichkeiten in der Kommunikation mit potenziellen und neuen Kunden oder ist das nur eine Verlängerung Deines Offline-Marketings?

Terminiert

Ich denke, dieser Punkt bedarf keiner großen Diskussion, da er auch schon (richtigerweise) durch SMART-Ziele definiert ist. Für jedes Ziel muss klar sein, wann es erreicht sein soll, da durch einen nicht festgelegten Zeitrahmen Ziele auch gerne auf die lange Bank geschoben werden (könnten).

 

Du benötigst Hilfe bei der Erstellung Deiner RESONANT Ziele? Dann zögere nicht mich anzuschreiben.

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Das Social Media Canvas – schnell und übersichtlich zur Strategie

Möglicherweise hast Du schon mal etwas von dem Lean Startup Modell gehört, das von Alexander Osterwalder entwickelt wurde. Das Lean Startup Ansatz besagt, dass es für Unternehmen wichtig ist möglichst schnell auf den Markt zu streben und es dabei im ersten Moment nicht auf ein perfektes Ergebnis ankommt. So wird die Zeit für die Planung deutlich verkürzt. Zu diesem Modell gehört das Business Model Canvas. Dieses Canvas bietet Existenzgründern auf einer Seite einen schnellen Überblick über ihr Gründungskonzept. Die Situation vieler Mittelständler erinnert an die Situation der Startups. Folglich ist es meine Überlegung gewesen, ob sich nicht auch das Business Modell Canvas an die Social Media Kommunikation anpassen lässt. Auch für kleinere und mittelgroße Unternehmen ist es wichtig, dass sie schnell und kostengünstig starten. Auf Grund dieser Ausgangslage habe ich ein Social Media Canvas entwickelt, das ich in der Praxis einsetze.

Aufbau

Es ist so aufgebaut, dass Du zwar mit einer klaren Strategie, aber ohne ein äußerst lange Planung starten kannst. Denn zunächst entwickelst Du Content Häppchen, die nicht perfekt sind, aber aus denen Du viel lernen kannst.

Analog dazu arbeite ich mit folgendem Social Media Canvas. Mache Felder heißen nur anders, aber sind vom Inhalt her durchaus vergleich. Manche Felder im Canvas sind aber auch speziell für die Social Media Kommunikation angepasst.

Social Media Canvas

Schauen wir uns die einzelnen Bausteine des Social Media Canvas doch einfach mal an.

Ziele

Wenn Du nicht weißt, wohin die Reise gehen soll, dann kannst Du Deinen Weg auch nicht entsprechend planen und bei Abweichungen überprüfen, ob der Kurs und Ziel noch richtig sind. Darum gilt es im ersten Schritt das Ziel Deiner Aktivitäten zu definieren. Dieses Ziel sollte RESONANT sein.

Beispiel: Du möchtest über Facebook einen aktiven Support aufbauen. Du bist jedoch in einer Branche tätig, in der Deine Kunden aus dem Luxussegment persönliche Beratung sowie Privatsphäre erwarten. In diesem Fall wirst Du Deine Ziele nicht erreichen.

12 mögliche Ziele für Deine Social Media Strategie

► Crowdsourcing / Marktforschung
► Umsatzsteigerung
► Leadgenerierung
► Traffic / SEO
► Markenbekanntheit
► Kundenbindung
► Word of mouth (Empfehlungen)
► Imageverbesserung
► Neukundengewinnung
► Employer Branding
► Recruiting
► Statistiken

Zielgruppe

Einige Leitfragen für Deine Zielgruppen-Selektion:

► Mit wem möchtest Du in den Dialog treten?

► Wie sprichst Du die Zielgruppe an?

► Kennst Dudas spezifische Nutzerverhalten der Zielgruppe?

► Wo ist Deine Zielgruppe aktiv?

► Wie nutzt unsere Zielgruppe die Social Media?

► Welche Träume / Wünsche / Bedürfnisse / Probleme hat Deine Zielgruppe?

Ich empfehle Dir zur Erarbeitung von Profilen das Persona Modell. Ausführlich wird es z. B. hier vorgestellt. Diese Persona(s) sollte(n) in Deinem Social Media Canvas beschrieben sein, damit Du sie bei allen weiteren Entscheidungen im Blick behältst.

Content

Ein Ziel sollte es sein, dass Du mit Deinen Produkten (in diesem Fall ist der Content das Produkt) schnell auf den Markt gehst, um durch das Feedback zu lernen.

Viele Unternehmen haben den Drang, dass sie erst ein perfektes Produkt benötigen, bevor sie auf den Markt drängen. Sie möchten mit einem perfekten ersten Posting überzeugen. Dadurch planen sie viel zu lange, produzieren, korrigieren und verwerfen Inhalte, um dann manchmal festzustellen, dass sie ihre Mühe umsonst war, weil sie am Bedarf ihrer Zielgruppe vorbeigearbeitet haben. Logischerweise wäre das Zeit- und Geldverschwendung.

Viel sinnvoller ist es, wenn sie mit einem unperfekten Inhalt und mit geringerem Aufwand starten, sich Feedback holen und die Inhalte dann optimieren. Doch wie kommst Du an solchen Content? Am besten beginnst Du ganz pragmatisch mit Deinen Social Media Aktivitäten.

Wenn Du ein wenig nachdenkst, dann wirst Du vermutlich schnell feststellen, dass in Deinem Unternehmen bereits viele hochwertige Inhalte produziert wurden. Wenn auch bei der Erstellung noch kein Gedanke daran bestand, dass sie mal für deine Social Media Kommunikation genutzt werden. Da wurden für Kongresse und Schulungen Präsentationen erstellt, es existieren Produktbroschüren, Whitepaper, Deine Homepage-Texte oder Anwenderberichte. Mit geringem Aufwand kannst Du diese für Dein Content Marketing neu aufbereiten. Zum Beispiel könntest Du aus einer Präsentation einen Blogbeitrag erstellen, die Präsentationsgrafik als Infografik aufbereiten, die Folien vertonen, um daraus ein Video anzufertigen.

Dein Social Media Canvas sollte eine Auskunft darüber geben, wie Du schnell und günstig Content erstellen kannst.

Leitfragen:

► Welche Inhalte sind bereits in Deinem Unternehmen vorhanden?

► Wie kannst Du am schnellsten die Inhalte aufbereiten?

► Welche Formate wählst Du? (Video, Infografik, etc.)

► Für welche Themen kannst Du dauerhaft Content liefern? (Du wirst bald in diesem Blog einige Beiträge zum Thema Content finden)

Seeding

Der beste Content nützt jedoch nichts, wenn er nicht verbreitet wird. Welche Kanäle willst Du nutzen? Wann willst Du posten? Gibt es eventuell Influencer / Multiplikatoren, die Dir beim Seeding helfen können? Auch Deine Mitarbeiter können einen Teil dazu beitragen. Manchmal ist es auch eine Überlegung wert, ob sich der Einsatz von Social Media Ads lohnt.

Zu dem Thema Seeding durch Mitarbeiter erschien auf dem Portal onlinemarketing-praxis.de ein sehr guter Blogbeitrag, der Dir dazu hilfreiche Tipps gibt. Ebenso nimmt sich ein Blogartikel des Social Media Software Herstellers contentbird.io, einigen möglicherweise noch unter linkbird bekannt, dieses Themas ausführlich an.

Es muss nicht immer Facebook sein. Ich würde aktuell sogar sagen: Facebook mag zwar noch das größte Netzwerk sein, aber ich rate Dir trotzdem davon ab. Eine Liste der 13 „besten Social Media Netzwerke und wie Du sie nutzen kannst“ findest Du bei Gründerküche. Wie vielfältig die SM-Kanäle sind, zeigt das Conversation Prism 5.0 von Brian Solis & JESS3 eindrücklich:

Conversation Prism 5.0

Conversation Prism 5.0
® by Brian Sollis & JESS3

Wähle am Anfang am besten maximal 2 -3 Netzwerke aus, denn Du willst ja lernen. Wenn Du diese zu Deiner Zufriedenheit beherrscht, dann kannst Du Deine Social Media Arbeit erweitern. Halte in Deinem Social Media Canvas fest, welche Kanäle Du wählst, dann sie mit welchen Inhalten bespielt werden.

Leitfragen:

► Welche 2 – 3 Kanäle wählst Du aus?

► Wann sind Deine Leser online? Welche Inhalte kannst Du wann am besten platzieren?

► Setzt Du Social Media Ads ein, um den Content bekannt zu machen?

► Welche Rolle sollen in diesem Zusammenhang Deine Mitarbeiter spielen (z. B. Inhalte teilen oder gar nicht)?

► Gibt es Influencer / Multiplikatoren, die Du (ggf. gegen Geld oder andere Leistungen) beim Seeding einsetzen könntest?

Ressourcen

Social Media Accounts sind in der Regel kostenlos. Trotzdem solltest Du Dir Gedanken über Dein Budget und Deine verfügbaren Ressourcen machen. Ein gelungene Social Media Präsenz erfordert Zeit. Lege in Deinem Social Media Canvas fest, welche Ressourcen für die Aktivitäten eingeplant werden.

Leitfragen:

► Welches Know-how ist in Deinem Unternehmen vorhanden?

► Wer soll die Inhalte pflegen?

► Benötigen Deine Mitarbeiter eine zusätzliche Schulung?

► Wieviel Zeit steht zur Verfügung?

Team

Wer aus Deinem Team übernimmt welche Aufgabe? Wie sind die Rollen, Aufgaben, Prozesse und Verantwortlichkeiten definiert? Musst Du eventuell noch Mitarbeiter schulen? Wie kann sichergestellt werden, dass alle mit Social Media Aufgaben betreuten Mitarbeiter auf alle benötigten Informationen zurückgreifen können (Aufbrechen des „Silo“denkens – sprich jede Abteilung für sich)? Wer muss bei der Erstellung des Contents mitwirken (z. B. Kundenservice, Marketing, PR)? Wie wird eine gleichbleibende und hohe Qualität gesichert (Inhalt, Argumentation und Logik, Stilistik, Orthografie und Grammatik)? Fehlerhafter Kohntännt (Content) kann beim Juser (User) einen professionellen Eindruck verstören. Eine klare Kompetenzverteilung ist wichtig. Daher muss Dein Social Media Canvas jederzeit Auskunft darüber geben können, wer verantwortlich ist.

Leitfragen:

► Wie stellst Du eine hohe Qualität sicher?

► Wer postet wann zu was?

► Stehen allen für die Social Media Kommunikationverantwortlichen die notwendigen Informationen zur Verfügung?

► Wer ist für die Beantwortung welcher Art von Social Media Kommentaren verantwortlich (Kundenservice / PR / Vertrieb)?

Kritische Aspekte

Social Media Kommunikation hat nicht nur Vorteile und Sonnenseiten. Es können manchmal auch „Shitstürme“ (Shitstorms) über Dein Unternehmen und Deine Social Media Präsenzen herziehen. Deshalb sollte aus Deinem Social Media Canvas klar ersichtlich sein, wer beispielsweise bei Krisen für die Kommunikation verantwortlich ist (z. B. Geschäftsführung / Inhaber / PR). Außerdem fällt es in ruhigen Zeiten leichter zu überlegen, welche Fallstricke drohen könnten. Da mag es mal die eine oder andere Krise oder unberechtigte Kritik geben, dann ist wichtig, dass Du nicht hektisch reagierst, sondern Deinen „Notfallplan“ im Bordkoffer hast und schnell auf ihn zurückgreifen kannst. Sonst fällt eventuell einmal das eine oder andere Wort, das Dich einiges an Ansehen kosten kann.

Shitstorm / Krisen

In diesem Zusammenhang stellen sich folgende Fragen:

► wie reagierst Du auf unberechtigte Kritik? Es sollte klar sein, dass ein ruppiger Umgang mit Deinen Nutzern sich negativ auswirkt. Bleib ruhig, antworte freundlich und biete immer eine Lösung des Problems an. So entlarvst Du auch die Trolls, die nur mosern wollen.

► wer darf sich im Krisenfall äußern? Bei aller Vorsicht kann es auch mal zu Krisen kommen. Sei es durch einen Unfall oder durch eine fehlerhafte Kommunikation. Leg fest, wer sich in diesem Fall äußern darf.

► wie ist das genaue Verhalten bei einem Shitstorm? Der beste Schutz gegen einen Shitstorm ist, wenn Du Dir einen guten Ruf aufbaust. Dieser Ruf wird im Internet auch als Online-Reputation bezeichnet. Trotzdem kann es mal zu einem Shitstorm kommen. Als Minimum sollte besprochen werden, was passieren kann, wie darauf reagiert werden soll, und vor allem auch wer darauf reagieren soll. Erstelle Ablaufpläne und Checklisten anzulegen, denen Dein Team folgen kann.

Mangelndes Know-how

Wenn Du Dich mit Deinem Unternehmen in den sozialen Netzwerken etablieren willst, dann musst Du Dich genau damit auseinandersetzen, was Social Media genau bedeutet. Dazu gehört es auch, dass Du für eine fortlaufende Weiterbildung sorgst. Neue soziale Netzwerke können neue Chancen bedeuten, doch jedes Netzwerk funktioniert nach eigenen Regeln. Hier muss Know-how langfristig aufgebaut werden.

Ressourcenknappheit

Bist Du ein Generalist, der viele Dinge selber ausführt? Du kannst Dich natürlich auch um Deine Social Media Kommunikation kümmern, aber es besteht die Gefahr, dass Du Dich überforderst. Deshalb ist es ratsam, dass Du durch externe Berater oder Agenturen Hilfe in Anspruch nimmst. Verteile die Routineaufgaben ruhig auf weitere Schultern und nehme Personalmangel bei Social Media-Aufgaben ernst.

Leitfragen:

► Welche Probleme könnten auftreten und wie reagierst Du darauf?

► Wer ist bei Krisen für die Kommunikation verantwortlich?

► Was passiert, wenn es zu Ressourcenknappheit kommt? Gibt es dann einen Plan B, was Postings betrifft?

► Gibt es bestimmten Mitarbeiter, die nicht gleichzeitig im Urlaub sein dürfen?

► Wie stellst Du einen regelmäßigen Aufbau von Know-how sicher? Wie oft werden die für die Social Media kommunikationverantwortlichen Mitarbeiter geschult?

Governance

Social Media ist kein rechtsfreier Raum und so gilt bestimmte Spielregeln zu beachten, um Fallstricke zu umschiffen. Deine Mitarbeiter können beispielsweise gute Markenbotschafter sein, aber genauso gut kann ein gut gemeinter Beitrag negative Auswirkungen haben.

Außerdem ist es wichtig, dass abteilungsübergreifend an einem Strang gezogen wird. Dafür solltest Du Deinem Team einige grundsätzliche Regeln, Strategien und Strukturen an die Hand geben. Sind Restriktionen oder Interessen Dritter zu beachten? Welche gesetzlichen Bestimmungen gibt es in Deiner Branche, z. B. Schweigepflicht? Welche Gesetze / Vorschriften betreffen Dein Unternehmen? Eventuell ist hier die Zusammenarbeit mit einem Anwalt sinnvoll.

Social Media Guidelines

Zu dem Thema Social Media Guidelines verfasste ich hier im Blog bereits einen Artikel.

Einige Gedanken, die Du unter dem Punkt „Kritische Aspekte“ herausgearbeitet hast, finden hier ihren Platz. Doch während in der Regel nicht jeder Mitarbeiter Deine Social Media Strategie liest, ist es wichtig, dass Du die Guidelines in digitaler und schriftlicher Form (möglicherweise sogar als Bestandteil des Arbeitsvertrags) zur Verfügung stellst. Dann haben sie auch einen rechtskräftigen Charakter.

Urheberrecht

Wenn Du im Internet (also entweder auf Deiner Website oder im Social Media) z. B. Texte, Videos, Bilder oder Tonaufnahmen von Dritten verwendest, dann musst Du das Urheberrecht beachten. Wenn Du also solche Inhalte nutzt, dann musst Du auf den Urheber verweisen. Andernfalls drohen juristische Maßnahmen gegen Dich und Dein Unternehmen. Wenn Du Dir nicht sicher bist, dann solltest Du besser auf den Inhalt verzichten.

Nutzungsgebühren für Bildmaterialien

Es besteht auch die Möglichkeit, dass Urheber ihre Rechte, z. B. an Bildmaterial, an Dich abtreten. Dazu werden Dir für bestimmte Nutzung die Rechte übertragen. Hierbei gibt es eine kostenpflichtige Lösung (Lizenzgebühren) oder eine kostenfreie (Creative Commons). Wenn Du also überlegst Lizenzen von Bildagenturen zu beziehen, dann ist es wichtig genau zu prüfen, wie und wo Du dieses Material nutzen darfst. Bei den CC kannst Du das Werk (beispielsweise Bilder, Texte) kostenfrei nutzen. Auch hierbei gilt es die einzelnen Bestimmungen zu befolgen, zum Beispiel gibt es Werke, die Du nicht verändern darfst. Wenn Du zu diesem Thema weitere Informationen suchst, dann findest Du auf der Webseite der Creative Commons eine gute Übersicht.

Moderationspflicht auf den eigenen Seiten

Wenn Du ein Forum oder einen Social Media Auftritt betreibst, dann bist Du auch verpflichtet, Dich um darum zu kümmern. Sollten sich dort Kommentare finden, die gegen geltendes Recht verstoßen, dann musst Du diese löschen. Wenn Du das nicht machst, machst Du Dir den Inhalt zu eigen und Dich damit möglicherweise strafbar. Daher ist es wichtig, dass Du einen Überblick über alle Eintragungen auf Deinen Seiten hast, um gegebenenfalls einzugreifen.

Leitfragen:

►Wer ist für die Ausarbeitung von Social Media Guidelines verantwortlich? Welche Mitarbeiter nehmen dann an einem eventuellen Workshop teil? Es sollte möglichst ein ausgewogenes Verhältnis bestehen.

►Welche Rechte sind eventuell betroffen?

► Welche Art von Bild-, Ton-, Text- und Videomaterial nutzen wir?

► Wer ist der Hauptverantwortliche für die Moderation der eigenen Seiten?

Analyse / Controlling

Wie bereits erwähnt, geht es darum, dass Du schnell lernst. Somit ist extrem wichtig, dass Du laufend die Reaktionen auf Deine Postings und die Meinungen über Dein Unternehmen scannst. Im Grunde genommen geht es genau um diese Tatsache in diesem letzten Punkt.

Die Überschrift über diesem Punkt könnte daher auch lauten: Deine Social Media Aktivitäten und die Reaktionen darauf. Im Grunde genommen dreht sich hierbei alles sich um die Datenerfassung und Analyse, welche Tools Du einsetzen willst und wie mit den Daten gearbeitet wird.

Social Media Canvas - Analyse & Monitoringprozess

Aus der oberhalb stehenden Grafik lassen sich folgende Fragestellungen für Deine Strategie ableiten:

► Welche Tools wählst Du aus, um die Informationen aus den Social Media Kanälen und dem Internet zu erfassen?

► Wer benötigt welche Informationen? Welche Kanäle werden überprüft?

► Welche Kategorien sind wichtig, um die Daten im Anschluss auswerten zu können?

Entscheidend ist eine breite Datenerhebung durch den Einsatz mehrerer zielgerichteter Tools und darauf aufsetzend ein stringenter Prozess, der die gewünschten Ergebnisse produziert.

► Wie stellst Du eine dauerhafte Speicherung der Daten sicher?

► Welchen Zweck erfüllt die Auswertung, bzw. wie wertest Du die Daten aus?

► Wie sieht das Reporting aus? Zum monatlichen Reporting gehören u. a. die Entwicklung der Follower, Likes, Re-Tweets, etc.

► Wird das Reporting per Mail versendet oder im Intranet zur Verfügung gestellt? Auf Basis des Reportings werden weitreichende strategische Entscheidungen abgeleitet, z. B. ob ein Account nicht mehr gepflegt und stillgelegt wird.

► Wo werden die Screenshots gespeichert?

► Welche Frühwarn-Faktoren gibt es, um mögliche Krisen frühzeitig zu erkennen?

Es ist wichtig, dass Du Deine Social Media Kanäle im Blick behältst. a) weil damit möglicherweise rechtliche Konsequenzen zusammenhängen können (Stichwort: Governance) und b) weil Du schnell lernen möchtest, was Deine Leser für Bedürfnisse haben (Stichwort Content).

Weitere Modelle zum Social Media Canvas

Du findest zum Thema Social Media Canvas im Netz noch weitere Grafiken und folglich auch Texte, aber sie unterscheiden sich in einigen Punkten von meinem.

Zum Beispiel:

® by Medium.com, Entwickelt von Martin Oswald

Abgrenzung zu anderen Canvas Modellen

Vielfach wird der Bereich „Kritische Aspekte“ nicht ausführlich erwähnt, aber ich bin der Meinung, dass dieser Punkt eine wichtige Rolle spielt, weil Du besser in (vermeintlich) ruhigen Zeiten über mögliche Krisen und die Reaktion darauf nachdenken kannst, als wenn alles brennt.

Tipps zur Ausarbeitung des Canvas

Das vorliegende Canvas lässt sich schnell und übersichtlich bearbeiten. Am besten stellst Du Dir für die Bearbeitung ein Team aus Mitarbeitern verschiedener Abteilungen zusammen. Eine Marketingmitarbeiterin hat andere Ideen als zum Beispiel ein Produktionsmitarbeiter. Ein PR-Spezialist setzt andere Schwerpunkte als ein Angestellter im Kundenservice.

Kritik

Wenn Du einen Bohrer in Deinen Werkzeugkoffer legst, dann besitzt Du zwar einen, aber um ein Loch in die Wand zu bohren, musst Du ihn nutzen. So ist das auch mit Deinem Social Media Canvas. Um Deine Social Media Strategie erfolgreich mit Leben zu füllen, musst Du es nutzen. Ich will damit sagen, wenn Du zwar Dein Social Media Konzept mit dem Canvas erarbeitest, aber in die Schublade neben Deinen Business Plan legst, dann nutzt Du es nur zur Hälfte.

Du hast Fragen? Dann zögere nicht mich zu kontaktieren.

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Social Media Strategie für KMUs – Tipps & Tricks

Über die grundsätzliche Notwendigkeit der Social Media Kommunikation dürften auch für KMUs keine Zweifel bestehen. Einen guten Artikel zum Thema Social Media Marketing findest Du bei dem geschätzten Kollegen Olaf Kopp und seiner Agentur Aufgesang GmbH. Während Großunternehmen für die Social Media Kommunikation in der Regel über ein entsprechendes Budget verfügen, gilt es für kleinere und mittlere Unternehmen meistens mit deutlich geringeren Möglichkeiten das Ziel zu erreichen. Umso wichtiger ist Deine Social Media Strategie.

Social Media Strategie vs. Content Marketing Strategie

Die Begriffe „Social Media Strategie“ und „Content Marketing Strategie“ werden auch von Experten unterschiedlich genutzt, aber der Unterschied zwischen den beiden ist auch gar nicht so einfach zu definieren.

Ich definiere Social Media Marketing wie folgt: Social Media Marketing ist darauf ausgerichtet ist, Social Media so erfolgreich wie möglich zu machen. Zum SMM gehört nach meiner Definition ebenfalls die direkte Interaktion mit den Kunden über die sozialen Plattformen.

Content Marketing ist alles, was mit dem kreativen Prozess der Content-Erstellung zusammenhängt.Content Marketing funktioniert grundsätzlich auch ohne eine Präsenz in den Sozialen Netzwerken, wie z. B. Facebook. Genauso kannst Du Social Media Marketing ohne eigene Inhalte betreiben. Social Media Marketing ist ein Kanal für Marketing, der die Reichweite von Content Marketing über mehrere Social Media Plattformen erweitert. Das Ziel von Content Marketing besteht darin, entweder Aufmerksamkeit oder ein bestimmtes Verhalten zu generieren.

Kurzer Exkurs

Ich greife auf einige Erkenntnisse zurück, die ich durch das Buch „Reicher als die Geissens“ von Alex Fischer erhalten habe.

Strategie von gr. „strategos“ = General, von „stratos“ = Armee und „agein“ = führen, also der übergeordnete Gesichtspunkt, wie man unter maximaler Ausnutzung der Ressourcen seine Ziele erreicht.

Planung = die allgemein formulierte, schlaue Vorgehensweise / Idee, wie Du möglichst auf dem einfachsten Weg einen Ist-Zustand in einen Idealzustand verwandelt.

Wahre Expansion = das Ausgehen Deines Einflussbereichs in der Art und Weise, dass Du das eroberte Gebiet anstrengungsfrei aufrechterhalten kannst.

Strategische Planung = die übergeordnete, allgemeine Planung, wie Du Deine Ziel zu erreichen gedenkst. Dabei achtest Du sehr genau auf den sinnvollen, cleveren und brillianten Umgang mit Deinen Ressourcen, aber auch der Ressourcen, die in der Umgebung vorhanden sind (z. B. Multiplikatoren).

Was hat das mit Dir und Deiner Social Media Strategie zu tun?

Du verfolgst Deine Social Media Ziele mit der Prämisse möglichst ressourcensparend vorzugehen. Eine zweiter zentraler Gedanke ist, dass sich heutzutage das Marketing erheblich gewandelt hat. Es ist agil (lat. agilis) geworden, das heißt, dass Deine digitale Strategie beweglich, flink, wendig bzw. regsam sein muss. Es passt sich aktuellen Veränderungen an und geht in kleinen, schnellen Schritten vor. Du stellst zunächst einige Hypothesen auf, die es dann schnell zu überprüfen gilt.

Um diese Aufgabe zu lösen, also ressourcensparend und agil, bietet sich die von Eric Ries mitentwickelte Lean Startup Methode an. Zu den Grundprinzipen dieses Modell gehören Learning-by-doing und schlanke Prozesse.

Das wichtigste Ziel bei der Entwicklung neuer Produkte ist, so schnell wie möglich herauszufinden, was Deine Kunden wirklich interessiert.

Umdenken erforderlich

In seinem Buch „Lean Startup“ schreibt Eric Ries schreibt: „Klammern Sie jede Funktion, jeden Prozess und jede Aktivität aus, die nicht unmittelbar zu den von Ihnen angestrebten Lernfortschritten führen.“ Eine Entscheidung, die nicht immer leicht fällt. Denn Du hast eventuell das Gefühl mit einem unfertigen Produkt auf den Markt zu treten und wirst nicht immer nur positives Feedback erhalten.

Wer immer nur das tut,
was er immer getan hat,
wird nur bekommen,
was er immer bekommen hat.
(Henry Ford)

Oder anders formuliert, wenn Du mit den klassischen Marketingrezepten versuchst online erfolgreich zu sein, wirst Du scheitern. Denn bei der Social Media Kommunikation geht es nicht darum, dass Du Deinen Kunden „anschreist“ oder sie mit „Öfter – Lauter“ erdrückst, sondern es geht um Relevanz und Qualität. Außerdem erfordert die Agilität, dass Du flexibel bleibst, folglich kannst Du nicht ewig planen, um einen Jahresplan zu erstellen, sondern musst ins Handeln kommen. Auch wenn es möglicherweise ein Umdenken erfordert, aber gerade in der Anfangsphase gilt es keine perfekten „Produkte“ zu produzieren. Im Social Media sind Deine Produkte Dein Content. Im Vergleich zum „klassischen“ Marketing erfordert das ein Umdenken von Dir. Es gilt schnell herauszufinden, was Deine Leser interessiert. Ich bin sicher, dass Du bereits Content zum veröffentlichen hast, sei es durch Präsentationen, Whitepapers oder auch die Inhalte Deiner Website.

 

 

 

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Social Media Audit – Die Grundlage für Dein Content-Marketing

Vielleicht kennst Du den Begriff Management Audit? Wikipedia definiert diesen Begriff als eine systematische Einschätzung von Kompetenzen und Leistungspotentialen von Führungskräften im Hinblick auf den strategischen Erfolg eines Unternehmens. Analog dazu verhält es sich mit dem Social Media Audit. Wie wichtig diese Situationsanalyse ist, erklärte ich bereits in meinem Artikel Social Media Strategie für KMUs. Außerdem ist es er ein Bestandteil meines Social Media Canvas‚.

Was ist ein Social Media Audit?

Grob gesagt: ein Social Media Audit ist eine umfassende, systematische und unabhängige Inventur des Social Media Umfeldes eines Unternehmens. Ähnlich wie mit diesem buchhalterischen Werkzeug verhält es sich auch mit dem Audit. Dabei werden Ziele, Strategien, Abläufe und Prozesse zunächst gesammelt und dann im nächsten Schritt analysiert, um Potenziale zur Verbesserung aufzuspüren. Ähnlich wie eine Landkarte wird der Weg eines Unternehmens im Internet und den sozialen Netzwerken nachgezeichnet. Dabei werden nicht nur externe, sondern auch interne, Faktoren berücksichtigt. So bekommst Du ein sehr umfassendes Bild über den Ist-Zustand Deines Unternehmens. Damit hilft es bei der Identifikation von Quellen und Zielgruppen sowie bei der Meinungsbild-Analyse.

Wie der Name schon sagt, werden bei einem Social Media Audit jedoch nur solche Aspekte „untersucht“, die sich speziell mit Deinen Präsenzen auf den sozialen Plattformen befassen. Auch die Begriffe fälschlicherweise öfter miteinander gleich gesetzt werden, so ist ein Social Media Audit kein Bestandteil des Social Media Monitorings, sondern eher der Social Media Analyse zuzuordnen.

Hast Du bereits Erfahrungen im Umgang mit Instagram, Twitter & Co. gesammelt und stehst jetzt an dem Punkt Deine Auftritte zu professionalisieren oder weiter auszubauen? Oder stehst Du eventuell noch ganz am Anfang und planst Social Media in Deine bestehende Kommunikationsstrategie zu integrieren? Dann hilft Dir ein Social Media Audit dabei, dass Du die richtigen Schritte gehst.

Es gibt tausende Foren, Gruppen und Netzwerke in denen sich ein potentieller Kunde oder sogar ein Bestandskunde aufhalten könnte.

Wichtig ist zu wissen, wo und wie über sie gesprochen wird. Genau deswegen sollte, bevor man mit den sozialen Medien startet, zunächst einmal in den Markt hören und genau analysieren wo sich interessante Kundengruppen befinden.

Beispiel:

Um die Wichtigkeit zu unterstreichen und aufzuzeigen, was passiert, wenn Du die Analyse nicht durchführst, möchte ich ein Beispiel geben.

Du bist Inhaber eines Geschäfts für ausgefallene Designermode, das sich gerade an den Start in den sozialen Medien wagt. Weil es das bekannteste Netzwerk ist, wählst Du Facebook für Deine Social Media Aktivitäten.

Du stürzt Dich mit Feuereifer ins Spiel. Du bemühst Dich, führst Gewinnspiele durch, Deine Beiträge kommen auch nicht auf die Reichweite. Nach einer Weile fragst Du Dich dann, warum Deine Aktionen zu sehr wenigen Interaktionen führen. Zu diesem Zeitpunkt hast Du bereits einiges an Geld, Zeit und Nerven investiert und kommst Du dem Schluss, dass etwas nicht stimmt. Deine Motivation sinkt, Dein Facebook Profile wird nicht mehr gepflegt und Du hast viele Ressourcen verbrannt. Auf einmal sind das Wetter, Facebook oder Dein Praktikant schuld daran, dass Du zu dem Schluss kommst, dass Social Media einfach nichts für Dein Unternehmen ist.

Bleiben wir bei unserem Beispiel: Du hast vorher eine Bestandsaufnahme durchgeführt und dabei festgestellt, dass sich Deine Wunschkunden bei Pinterest aufhalten. Mit dem gleichen Feuereifer gehst Du ans Werk. Schon nach kurzer Zeit stellen sich Erfolge ein, Deine Community wächst und wächst, die Interaktionen werden immer mehr und Deine Fotos werden regelmäßig gepint.

Finde den Fehler 😉 Du hättest mithilfe einer Analyse der Situation schnell den richtigen Kanal gefunden. Dadurch wäre Dir sowie Deinen Kunden eine Menge Ärger erspart und wärst Du um einige glückliche Kunden reicher.

Die 3 Phasen des Social Media Audits

Phasen des Social Media Audits

Phase 1: Das externe Audit

a) Welche Inhalte existieren im Internet und Social Media über Dein Unternehmen?

Zu Beginn Deines externen Audits führst Du am besten zunächst eine Recherche durch. So erhältst Du alle Informationen darüber, was für Inhalte, Berichte und Kommentare über Dein Unternehmen im Internet und Social Media existieren. In den meisten Fällen kommst Du mit kostenlosen Tools bereits ans Ziel. In der folgenden Tabelle findest Du einige kostenlose Tools.

Tools für Dein Social Media Audit

 

Jetzt hast Du eine erste Arbeitsgrundlage erhalten. Du weißt, was und wie über Dein Unternehmenim Internet und den sozialen Netzwerken gesprochen wird. Außerdem kennst Du die grundsätzliche Einstellung Deinem Unternehmen gegenüber. Überwiegen die positiven oder kritischen Stimmen?

b) Welche Social Media Profile bestehen?

Um Deine Social Media Strategie später sinnvoll aufbauen zu können, ist es wichtig, dass Du Dir einen genauen Überblick über bestehende Profile verschaffst. Neben denen, die Du wissentlich angelegt hast, gibt es zum Beispiel noch sogenannten „inoffizielle“ Profile, die häufig von Plattformbetreiben angelegt werden. Es ist auf jeden Fall notwendig, dass Du alle bestehenden Profile erfasst. Finde heraus, wer das Profile verwaltet. So weißt Du immer wer das aktuelle Passowrt zur Präsenz hat und wer für die Inhalte verantwortlich ist. Während Deiner Strategieplanung kannst Du dann festlegen, ob die Profile evaluiert oder stillgelegt werden sollen.

c) Wettbewerbs- / Branchenanalyse

Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen auch einen Blick auf branchenahe Unternehmen, bzw. Deine Wettbewerber zu werfen. Wie aktiv sind diese in Social Media? Was funktioniert gut? Was klappt weniger gut oder überhaupt nicht? Sind die Profile überwiegend eine zusätzliche Informationsquelle oder auf Interaktion ausgelegt? Was gefällt Dir gut, was würdest Du anders machen? Du kannst diese Erkenntisse später als Anregung für Deine Social Media Strategie nutzen, aber behalte Dir Deine Eigenständigkeit, bzw. erzähle Deine Gesichten und kopiere den Content nicht einfach nur.

Phase 2: Das interne Audit

a) Wünsche / Ziele

Das interne Audit dient dazu, gemeinsame Grundlagen zu erarbeiten. Welche Wünsche und Erwartungen bestehen bezüglich des zukünftigen Social Media Engagements. Wie sinnvoll erscheinen die Social Media Aktivitäten den einzelnen Abteilungen? Wie lässt sich eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit realisieren?

Daneben dient das interne Audit aber auch dazu, Meinungen und Ziele der einzelnen Unternehmensbereiche an das zukünftige Social Media Engagement aufzunehmen. Wie sinnvoll erscheint eine Social Media Aktivität für die einzelnen Unternehmensbereiche und Abteilungen? Welche Ziele können / sollen mit Social Media verfolgt werden? Wie könnte eine abteilungsübergreifende Zusammenarbeit aussehen?

b) Prozesse

Eine wichtige Aufgabe des internen Audits besteht darin, Deine Organisationsstruktur, die Prozesse und Ressourcen unter die Lupe zu nehmen. Welche Abläufe sind bereits so gestaltet, dass sie eine erfolgreiche Social Media Aktivität gewährleisten? Wo besteht noch Handlungsbedarf? Im Social Media wird eine schnelle Reaktion erwartet. Kann jeder Verantwortliche auf die entsprechenden Informationen zurückgreifen? Sie sieht es mit der Erstellung des Contents aus? Benötigen Mitarbeiter noch eine Schulung? Social Media stellt sehr hohe Anforderungen an Deine internen Abläufe. Schaue Dir unbedingt Deine firmeninternen Abläufe an und überprüfe sie auf deren Social Media Kompatibilität. Wichtig ist hierbei auch ein Blick auf das Thema „Kundenorientierung“. Wie funktionieren Kundenservice und Beschwerdemanagement? Wie werden Kundenanfragen bearbeitet? Wer ist aktuell für die Planung von Marketingkampagnen und Pressemitteilungen verantwortlich. Viele Prozesse lassen sich mit wenig Aufwand für den Einsatz im Social Media anpassen.

c) Marke

Ein wesentlicher Baustein Deines internen Audits ist die Evalulierung Deiner Profile. Sie sollten zu Deiner Gesamtstrategie passen. Erstelle für jedes Profil und für jede Plattform eine Zielsetzung. Diese Ziele sollten mit Deinen Unternehmenszielen übereinstimmen. So kannst Du leichter entscheiden, ob die die Präsenz in einem bestimmten sozialen Netzwerk zu Deiner Gesamtstrategie beiträgt, und ob es sich für Dich lohnt, dieses Profil zu behalten. Passen sie zu Deiner Marke und Zielgruppe? Dein Augenmerk sollte hierbei auf angemessenen Profil- und Cover-Bildern, Icons, Profil-Biografien sowie der korrekten Angaben Deiner URL liegen.

Phase 3: Die Auswertung

Jetzt gilt es aus den zuvor gesammtelten Daten des internen und externen Audits die richtigen Schlüsse zu ziehen. Führe alle gesammelten Informationen zusammen und werten sie aus. Hierzu bietet sich zum Beispiel die Methode der klassischen SWOT-Analyse an. In welchen Punkten ist Dein Unternehmen bereits gut auf ein Social Media Engagement vorbereitet? An welcher Stelle bestehen noch Verbesserungspotenziale oder gar Risiken? Welche Schnittstellen müssen noch besser miteinander verzahnt werden? Erstelle Dir am besten eine Prioritätenliste. Gerade zu Beginn gilt schnell anzufangen, deshalb müssen nicht alle Schwachstellen bereits vor dem Start Deines Engagements eliminiert sein. Konzentriere ich Dich zuerst auf die wichtigsten Punkte und lege fest, bis wann Du Dir weitere Maßnahmen vornimmst. Parallel dazu kannst Du jetzt bereits mit der (Weiter-) Entwicklung Deiner Social Media Strategie beginnen…

Kontinuität

Ein Social Media Audit ist ein zentraler Bestandteil des Controllings. Folglich wird es nicht nur vor der ersten Planung einer Social Media Strategie durchgeführt. Auf Grund der Tatsache, dass täglich neue Foren und Blogs ebenso wie völlig neue Informationskanäle entstehen, musst Du Deine Planungen immer wieder an die Realität anpasst.

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Social Media Guidelines: Der Ratgeber für KMUs

Dein Unternehmen ist bereits in diesem #SocialMedia vertreten und Deine Mitarbeiter identifizieren sich voll damit? Wenn es in den sozialen Netzwerken kritische Stimmen gibt, dann stehen Dir bei? Dann gratuliere ich Dir zu diesen Mitarbeitern, aber spätestens dann brauchst Du auch Social Media Guidelines.

Was sind Social Media Guidelines?

Ähnlich wie Leitplanken auf der Straße geben sie ihnen eine Orientierungshilfe. Sie bieten nicht nur Dir und Deinem Unternehmen Sicherheit, sondern auch Deinen Mitarbeitern. Egal, ob Du mit Deinem Unternehmen die sozialen Netzwerk bist, ist es sinnvoll Social Media Guidelines zu entwickeln. Ein passendes Zitat lautet: „wer online nicht stattfindet, der findet gar nicht statt“. So kann es durchaus der Fall sein, dass Du Dich zwar gegen den Einsatz von Social Media entschieden hast, aber trotzdem darüber geredet wird.

Heutzutage sind vermutlich viele Deiner Mitarbeiter in den sozialen Netzwerken registriert und vielfach besteht auch die Möglichkeit, dass sie mit Deinem Unternehmen in Verbindung gebracht werden. Es ist nicht nur in den Business-Netzwerken wie Xing oder LinkedIn üblich seinen Arbeitgeber anzugeben, sondern auch in anderen Netzwerken wie z. B. Facebook gibt es die Möglichkeit. Negative Äußerungen über Wettbewerber oder Lieferanten können schnell an den falschen Stellen ankommen.

Es gibt jedoch eine Lösung. Mithilfe von Social Media Guidelines kannst Du klare Regeln im Bezug auf das Verhalten Deiner Mitarbeiter in den sozialen Medien aufzustellen und zu vereinbaren.

Diese Leitplanken schützen nicht nur Dich, sondern auch Deine Mitarbeiter. Denn auch in den sozialen Netzwerken gilt: gut gedacht ist nicht gut gemacht und so kann es einem gut gedachten Kommentar schnell ein Wettbewerbsverstoß werden.

Wichtig: jedes Unternehmen ist unterschiedlich und hat eine andere Kultur. Daher rate ich Dir davon ab, dass Du Social Media Guidelines einfach von einem anderen Unternehmen kopierst.

Welche Inhalte bieten sich für Deine Social Media Guidelines an?

Um die Vorteile der Social Media Guidelines zu nutzen, ist es sinnvoll folgende Punkte zu klären:

Verantwortlichkeiten im Unternehmen

Du solltest in Deinen Social Media Guidelines klar festlegen, welcher Mitarbeiter welche Botschaften in den sozialen Netzen kommunizieren darf. Du und Dein Produktmanagement hat sicherlich die größte Kompetenz, um sich bei allen Fragen rund um Deine Produkte zu äußern. Das gilt natürlich besonders beim Launch neuer Angebote. Ein Beispiel wie schwierig die Regelung dieser Verantwortlichkeiten ist, zeigte sich bei der Einführung von Windows 10. Während sich Microsoft auf den offiziellen Facebook darum bemühte, das Interesse am neuen Windows 10 zu fördern, musste der Support indes technische Fragen kommunizieren, die mit dem bevorstehenden Upgrade zusammenhängen. Wenn es hier keine enge Abstimmung zwischen Produktmanagement und Support gibt, dann kann es passieren, dass widersprüchliche Statements nach außen dringen.

Social Media Nutzung während der Arbeitszeit

Da Postings Deiner Mitarbeiter durchaus positiven Einfluss haben können, möchtest Du, dass sie in den sozialen Netzwerken aktiv sind? Vielleicht hast Du es schon einmal bei Dir selber festgestellt, dass die Zeit im Internet wie im Fluge vergeht. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, dass trotzdem eine zeitliche Begrenzung der Social Media Nutzung festgelegt wird. Wie Du Dir sicherlich vorstellen kannst, leidet die Produktivität unter zu starker Präsenz Deiner Mitarbeiter bei Instagram & Co.

Kennzeichnung von privaten Meinungen

Auch Social Media ist keine Einbahnstraße. Genauso wie die aktive Nutzung Vorteile mit sich bringen kann, so kann es natürlich auch negative Aspekte geben. Im Zweifelsfall können unbedachte Äußerungen großen Schaden anrichten, denn gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Manchmal kommen die Emotionen in den sozialen Netzwerken über und ein Kommentar ist schnell geschrieben, der so vielleicht nicht gemeint war, dann aber doch die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Natürlich ist das nicht immer der Fall. Gerade wenn sich Dein Mitarbeiter jedoch an gesellschaftlichen oder politischen Diskussionen beteiligt, besteht die Gefahr, dass seine Äußerungen Deinem Unternehmen Schaden zufügen. Daher ist es wichtig, dass er klarstellt, dass es seine und nicht die Unternehmensmeinung ist.

Schutz von vertraulichen Daten

Es sollte sowieso selbstverständlich sein, dass Firmeninterna nicht ausgeplaudert werden. Oftmals ist auch in Arbeitsverträgen eine entsprechende Klausel zur Geheimhaltung und zum Datenschutz enthalten. Trotzdem besteht die Gefahr, dass Deine Mitarbeiter im Augenblick völliger Begeisterung dieses aus den Augen verlieren. In den Social Media Guidelines solltest Du daher noch einmal darauf hinweisen, dass Betriebsgeheimnisse oder Informationen über Kunden nichts in den sozialen Netzwerken verloren haben. Die Richtlinien helfen sich genau dieser Dinge bewusst zu werden und einen Moment darüber nachzudenken, ob der Beitrag tatsächlich so veröffentlicht werden darf.

Rechtliche Hinweise

Die Gesetze im Rahmen des Urheberrechts haben sich in den letzten Jahren verändert. Daher besteht das Risiko, dass Deine Mitarbeiter sich nicht sicher sind, welche Bildmaterialien genutzt werden dürfen. Das Urheberrecht ist jedoch nicht das einzige Gesetz, dass betroffen ist. Das viel unbekanntere Marken- und Wettbewerbsrecht gilt es ebenfalls zu berücksichtigen. Unlauterer Wettbewerb passiert schneller, als so mancher Arbeitgeber gedacht hat!

Umgang mit Wettbewerbern

Deine Mitarbeiter sollten auch beim Umgang mit dem Wettbewerb die Netiquette nicht vergessen. Sicherlich kennt der eine oder andere Deiner Mitarbeiter die Schwachstellen der Unternehmen, aber trotzdem gilt es freundlich zu bleiben.

(Eigen)Verantwortung der Mitarbeiter

Jeder Mensch ist für sein Verhalten und Handeln selbst verantwortlich. Das gilt natürlich auch im Social Media. Deine Angestellten entscheiden also selber, was sie in den sozialen Netzwerken schreiben und welchen Eindruck sie dort hinterlassen. Es liegt in ihrer Hand, ob sie dort als freundlicher Kommunikator oder als pöbelnder Troll wahrgenommen werden. Hier können die Social Media Guidelines nur Beispiele für freundlichen und respektvollen Umgang geben.

Ansprechpartner im Unternehmen

Es ist wichtig, dass Deine Mitarbeiter wissen, an wen sie sich bei Unsicherheiten wenden können. Daher ist es sinnvoll, dass Du ihnen Ansprechpartner zur Seite stellst. Diese helfen sich in den sozialen Netzwerken zurecht zu finden, bei Fragen zgl. der Darstellung des Unternehmens in der Öffentlichkeit zu beraten oder bei Problemen, z. B. Shitstorm, Tipps & Tricks zu geben. Am besten enthalten die Social Media Guidelines auch die Telefonnummern der Ansprechpartner.

Rechtsfolgen bei Verstößen gegen die Social Media Guidelines

Auch wenn die Social Media Guidelines eher Orientierunghilfen für Deine Mitarbeiter als Regeln sind, kann es bei Nichtbeachtung zu Konsequenzen führen. Aus diesem Grund gehören in Deine Social Media Guidelines natürlich auch die Folgen beim Verstoß gegen die Social Media Guidelines. Hier wird festgelegt, welche Schritte Du Dir vorbehälst, wenn es zu Verstößen kommt.

Imageverlust für Dein durch negative Postings Deiner Mitarbeiter

Du kannst Dir sicherlich vorstellen, dass ein Facebook Posting eines Mitarbeiters wie z. B. „In Niederbayern sammelt jemand Spenden für Flüchtlinge – Facebook-Kommentar: „I hätt nu a Gasflasche und a Handgranate rumliegen für des Gfrast [bayerisch: Gesindel].“ “ sich auch negativ auf das Image Deines Unternehmens auswirkt. Natürlich sagt einem schon der gesunde Menschenverstand, dass ein solches Posting nicht gut ist (selbst auf der privaten Facebook-Seite eines Mitarbeiters, wenn dieser Mitarbeiter Deinem Unternehmen klar zuzuordnen ist), für das Image Deines Unternehmens, aber es gibt auch auf den ersten Blick weniger „dramatische“ Äußerungen, die sich negativ auswirken können. Ich denke dabei zum Beispiel an negative Äußerungen über Wettbewerb, Lieferanten, Kunden oder Dich als Chef.

Grenzen von Social Media Guidelines

Social Media Guidelines haben auch Grenzen. Mario Götze, WM-2014-„Held“, lieferte dafür ein gutes Beispiel. 2015 lief es für ihn, damals noch im Trikot des FC Bayern, und die Bayern nicht besonders gut. Die erfolgsverwöhnten Münchner mussten in der Bundesliga 3 Niederlagen in Folge einstecken. Aus Freude darüber, dass er bei Instagram 3 Millionen Fans erreicht hatte, postete er auf seinem privaten Instagram-Account ein Foto, auf dem er mit drei ausgestreckten Fingern zu sehen ist.

Mario Götze - 3 Finger

® Mario Götze / Instagram

In der Konsequenz folgte ein Shitstorm durch die Boulevardpresse. Besonders die Bunte zerriss Götze danach förmlich. Der Artikel schloss mit der Empfehlung, mit der Zahl Drei künftig vorsichtiger umzugehen. Götze war schließlich auch Botschafter seines Vereins. Aber wie hätten der FC Bayern reagieren sollen? Seinen Spielern zu dem Zeitpunkt empfehlen, alles, was mmit der Zahl Drei in Verbindung gebracht werden kann, zu unterlassen? Stelle Dir vor, dass ein Spieler stolzer Vater von Drillingen geworden wäre und sie aus diesem Grund nicht in den Social Media präsentieren dürfte, wenn er denn gewollt hätte. Die Presse hätte so oder so darüber berichtet und mit Sicherheit wären trotzdem versteckte Anspielungen auf die Verlustserie der Bayern gemacht worden.

Fazit zu Social Media Guidelines

Als ob es nicht schon genug Probleme bereitet, verärgerte Kunden und Fans zu besänftigen, funken ausgerechnet die eigenen Mitarbeiter immer öfter mit unbedachten Postings dazwischen. Nicht nur als offizielle Repräsentanten des Unternehmens, sondern auch privat.

Zumindest dann, wenn sie sich in einer Weise präsentieren, die so gar nicht zum Corporate Image des Unternehmens passen will. Anders als bei klassischen PR-Kanälen haben viele Mitarbeiter Zugang zu den Social Media Kanälen – einen „sozialen Netzwerkadministrator“ gibt es nicht.

Wenn Du das Image Deines Unternehmens in den sozialen Netzwerk schützten möchtest, dann führt kein Weg an Social Media Guidelines vorbei. Social Media Guidelines bieten nicht nur Dir Vorteile, sondern auch Deinen Mitarbeitern. Denn Du gibst Ihnen Leitlinien an die Hand, wie sie sich in schwierigen Situationen in den sozialen Netzwerken verhalten können. Die Karrierebibel hat sich dem Thema Social Media Guidelines sehr ausführlich angenommen. Eine rechtliche Betrachtung findest Du bei eRecht24.


Du hast noch Fragen zu dem Thema? Dann zögere nicht mich zu kontaktieren. Ich freue mich auf Deine Nachricht.

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Style Guide: So wirkt Dein Instagram Feed attraktiver – Corporate Design

Du bist fleißig auf Instagram am Liken und Kommentieren, weil Du gelesen hast, dass Du dadurch neue Leute auf Dich aufmerksam machst. Diese klicken auf Dein Profil … so weit, so gut … aber Du bekommst keine neuen Follower. Dein Instagram Feed spricht niemand wirklich an und somit werden sie dir nicht folgen. Es wird Zeit, dass Du Dein Profil etwas „aufhübscht“. Dabei hilft Dir dieser Style Guide.

Dein Instagram Account ist wie eine Visitenkarte. Auf der würdest Du vermutlich auch nicht auf die Idee kommen, dass Du plötzlich völlig andere Farben und ein völlig anderes Logo verwendest, oder? Bleiben wir noch einen Augenblick bei dem Gedanken, dass Dein Instagram Account (wie übrigens jeder Webauftritt) Deine Visitenkarte ist. „Schlechter Content“ ist wie „Eselsohren“ oder „Kaffeeflecken“ (in Form von „minderwertigem Content“) und eine Visitenkarte, die so aussieht, landet meistens im Müll (bzw. bekommt keine Follower). Ein Prototyp ohne Nutzen bekäme auch keine Interessenten.

Du hast möglicherweise sogar eine einheitliche Sprache (Tonalität für ihre Inhalte) für Dein Marketing entwickelt. Damit ist es doch eigentlich völlig logisch, dass Du Deinen Instagram Feed genauso gestaltest. Aber wenn ich mir viele Accounts anschaue, dann sehe ich dort keine klare Linie. Entgegen dem sonstigen Corporate Design wird einfach gepostet, was vor die Linse kommt. Es wird die Chance vergeben mit einem schönen Instagram Feed und viel Interaktion recht schnell Aufmerksamkeit und damit neue Follower auf sich zu ziehen.

Ein kleines Style Guide Experiment

Schaue Dir die drei Screenshots an und lasse sie einen Moment auf Dich wirken.

 

 

Was fällt Dir auf? Welche(r) Feed(s) spricht (sprechen) Dich an? Was gefällt Dir? Was weniger?

Style Guide Tipp #1: Gib Deinem Account Persönlichkeit

Dein Warum

Wie Simon Sinek schon sagte: „Start with WHY„. Also warum besteht Deine Marke? Was ist Dein Angebot und was willst Du erreichen? Dein Account sollte eines von drei Dingen tun: inspirieren, unterhalten oder Informationen teilen. Also bevor Du aktiv wirst, stelle Dir die Frage, was Du mit Deinem Account aussagen möchtest.

Instagram Bio

Leider nutzen viele die Möglichkeiten, die ihnen die Biografie bietet nicht oder nur ungenügend. Wie ist es mit Dir? Verrät sie etwas über Dein Angebot oder anders formuliert, beantwortet es aus Sicht Deiner Interessenten die Frage: „What’s in for me“. Zeigst Du ihnen, wie Du für sie tätig werden kannst… Welchen Nutzen Du ihnen liefern könntest?

Schauen wir uns dazu ein Beispiel an:

Alex Tooby’s Bio, eine US-amerikanische Instagram-Expertin, sieht wie folgt aus:

Screenshot Instagram Alex Tooby

Quelle: Instagram Alex ToobyAus dieser geht klar hervor, was sie anbietet (I help you reach your ideal audience on IG) und sie weist auch noch auf ihr neues Tutorial hin.

Nutze Insta-Highlight-Stories, um Dich vorzustellen. So bekommt Dein potenzieller Abonnent ein klares Bild von Dir. Wie das aussehen kann, zeigt ebenfalls das Profil von Instagram-Expertin Alex Tooby (Auf ihrem Profil findest Du ein Highlight namens „About Alex“. Wenn Du auf die Geschichte klickst, lernst Du mehr darüber, was sie macht, warum Du ihr vertrauen solltest und wie sie Dir helfen kann).

Ein weiteres Style Guide Experiment

Screenshot Alex Tooby

Quelle: Instagram Alex Tooby

Alex Tooby mit Logo statt Foto

Was spricht Dich eher an? Wo würdest Du eher folgen? Menschen folgen lieber Menschen als einem unbekannten Logo. Wenn Du natürlich mit Deinem Logo bekannt bist, dann kann Dein Logo Dein Profilfoto sein. Ansonsten ist es besser, wenn Du Dich nicht hinter Deinem Logo versteckst. Wir Menschen lieben es zu wissen, wer der Gegenüber ist. Das schafft Vertrauen. Ich vermute also, dass Dich das Profil mit Alex‘ Foto mehr anspricht.

Style Guide Tipp # 2: Schaffe ein einheitliches Bild

Ein einheitliches Erscheinungsbild führt zu einem hohen Wiedererkennungswert.

Erzeuge eine klare Stimmung auf Deinem Account

Besonders beliebt bei Instagram sind farbenfrohe und helle Feeds.

Screenshot Instagram Walltraveld

Quelle: Instagram Walltraveled

 

Aber viele Unternehmen nutzen Instagram nicht nur wegen dem Zuwachs an Followern, sondern auch, um die Bildsprache ihres Blogs oder Unternehmens zu kommunizieren. Deshalb überlege Dir deshalb genau, welche Stimmung zu deinem Blog oder Unternehmen passen könnte. Als Beispiel für 2 Feeds mit eher dunkler Atmosphäre möchte ich den Schock-Rocker Marilyn Manson oder den Gothic Shop Queen of Darkness nennen.

Instagram Marylin Manson

Quelle: Instagram Marylin Manson

 

Screenshot Instagram Queen of Darkness

Quelle: Instagram Queen of Darkness Fashion

Achte auf die Harmonie

Betrachte Deinen Feed immer als Ganzes und nicht nur die einzelnen Fotos. Richte dabei Deinen Blick besonders auf das letzte und das dritte Bild, denn das sind die Nachbarn des neuen Fotos.

Ein schönes Beispiel für einen harmonischen Feed findest Du auch bei dem Blogger Murad Osman. Die Harmonie entsteht hier unter anderem durch das Motiv der Frau, die immer im Zentrum des Fotos steht. Die Kunst besteht darin, Abwechslung in den Feed zu bringen und trotzdem einen zusammenhängenden Feed zu kreieren. Mit einem lieblos zusammengewürfelter Feed gewinnst Du nämlich a) keine neuen Follower und stärkst b) Deine Bildsprache nicht.

Farben haben einen großen Einfluss auf das Gesamtbild Deines Feeds. Dein Farbschema ist die visuelle Identität Deines Feeds. Wähle am besten 3 – 5 Farben aus und bleibe dabei.

Beispiel: Braun, beige, grün

Instagram By Hannah Rose

Quelle: Instagram ByHannahRose

So banal es sich auf den ersten „Blick“ liest, aber Weiß sollte Weiß sein. Ich denke, dass es Dir auch schon aufgefallen ist, dass Weiß „unterschiedliche“ Farben haben kann – also zum Beispiel einen Gelb- oder Blaustich. Deshalb ist es wichtig, dass Du bei der Bearbeitung die Wärme anpasst. Wenn Weiß nicht rein Weiß ist, dann kannst Du Dir noch so viel Mühe geben, aber es wird Dir fast nicht gelingen, dass Deine Bilder harmonisch wirken.

Bearbeite Deine Fotos mit dem gleichen Filter

Um einen harmonischen Eindruck zu hinterlassen, ist es ratsam, dass Du die Fotos immer mit den gleichen Filtern bearbeitest. Wenn Du eher witzige Postings machst, dann kannst Du einen farbenfrohen Filter einsetzen.

Bearbeite Deine Bilder immer nach dem gleichen Schema. Wie der Ablauf dann genau ist, gilt es für Dich selber herauszufinden. Achte bei Deinen Bildern aber auf folgende Punkte:

Helligkeit, Kontrast und Sättigung sollten ungefähr gleich sein. Das heißt nicht, dass Du für alle 3 Punkte den gleichen Wert nimmst, sondern, dass Bild A und Bild B einen ähnlichen Look haben sollen. Welche Werte Du für das einzelne Bild nimmst, hängt auch vom Motiv ab. Alle Fotos benötigen eine individuelle Anpassung. Bis das richtig perfekt aussieht, dauert es etwas. Halte Dich damit am Anfang nicht zu lange auf. Übung macht den Meister 😉 Übrigens Rahmen sind Old School und ich rate Dir sie auch nur noch in dem Zusammenhang einzusetzen, aber dann konsequent für alle Fotos oder keins.

Versichere Dich, dass das Bild zu Deinem Feed passt

Dafür gibt es 2 Möglichkeiten:

  • Bearbeite das Foto in Instagram, bis es Deinen Vorstellungen entspricht und anstatt des jetzt sofort zu veröffentlichen, sendest Du es Dir anschließend per Insta Direkt. Dann landet es in Deinem Instagramalbum und Du kannst schauen, ob das Foto zu den restlichen passt oder noch etwas bearbeitet werden muss.
  • Gibt es auch Apps, die Dir dabei helfen können, beispielsweise Review. Mit der gratis App kannst Du nicht nur nicht Bilder bearbeiten, sondern Du erhältst auch Statistiken über die Likes und Kommentare des letzten Monats. Bilder können hochgeladen und solange durch den Feed bewegt werden, bis sie dort sind, wo sie Dir gefallen. Sie bietet Dir auch die Möglichkeit, dass Du dort Deine Captions schreibst und für verschiedene Kategorien wie Food, Travel oder Fitness liefert sie Dir vorgefertigte Hashtag-Gruppen, die Du einzeln selektieren oder als Gruppe zu Deinem Bild hinzufügen kann. Mit einem Klick sind Caption und Hashtags dann kopiert und werden automatisch zu Instagram importiert. Super praktisch!

Style Guide Tipp # 3: Sorge für Abwechselung

Immer nur dieselbe Art von Fotos zu posten, wäre auf Dauer für den User langweilig. Deshalb rate ich Dir, dass Du Dir 3 – 4 Themengebiete suchst mit denen Du in Zukunft Dein Instagram-Profil bespielen möchtest, beispielsweise:

  • Zitate
  • Fashion
  • Selfies
  • Flatlays

Diese Themengebiete werden natürlich bei jedem anders aussehen. Das Wichtigste ist, dass Deine Bilder abwechslungsreich sind und trotzdem vom Thema her perfekt zu Deiner Zielgrupe passen.

Manchmal reicht es für die Abwechselung (zum Beispiel im Fashionbereich), wenn Du beim Erstellen die Perspektive wechselt oder unterschiedliche Ausschnitte verwendest, beispielsweise Ganzkörper im Stehen, im Sitzen, mal ein Oberkörper Bild oder einfach nur ein Portrait mit einer coolen Brille oder Mütze. Dann mal ein Foto von hinten und ein paar Detailbilder.

Es gibt viele Varianten und Möglichkeiten. Probiere ruhig etwas aus und denk dran, besonders am Anfang gilt es zu lernen. Sei kreativ! Es sieht nicht besonders schön aus, wenn 2 Fotos mit dem gleichen Format nebeneinander stehen, also beispielsweise 2 Ganzkörperaufnahmen nebeneinander.

Style Guide Tipp # 4: Entwickele eine persönliche Note

Ergänzend zu Tipp #3 Du füllst Deinen Feed mit Füllbildern, die nicht zu Deinem Hauptthema gehören, aber trotzdem dazu passen. Stelle Dir vor, dass Du Fashionfotos postest, dann passen dazu beispielsweise ein Sonnenuntergang am Hafen oder eine idyllische Landschaft. Du wirst meistens für diese Bilder nicht so viele Likes bekommen wie mit den Fashionfotos, denn die meisten folgen Dir wegen Deiner Fashionfotos, aber diese Farbtupfer geben Deinem Blog eine persönliche Note.

Style Guide Tipp # 5: Qualität vor Quantität

In manchen Ratgebern liest Du, dass Du so oft wie möglich, jedoch mindestens 2 x pro Tag posten solltest. Hast Du wirklich so viel hochwertigen Content von dem Du zu 100 % überzeugt bist, dann kannst Du das ruhig machen. Aber ich denke mal, dass es bei Dir so ist wie bei mir, dass Du nicht immer gute Fotos hast, die Du gerne posten würdest. Wenn Du es dann doch machst, dann entsteht ein liebloser Feed, der nichts für Dich tut und folglich auch keine Begeisterung bei User auslöst. Daher gilt: es ist besser an einem Tag mal kein neues Foto zu posten, als eines aus der „Not heraus“. Deine Follower erwarten nicht, dass Du täglich 5 Bilder hochlädst, sondern sie freuen sich eher über 1 tiptop aussehendes Bild.

Style Guide Tipp # 6: Kopiere nicht einfach!

Dir mag ein bestimmter Feed noch so gut gefallen und er mag noch so viele Follower haben, aber kopiere den Account nicht einfach. Das eine oder andere Regram ist okay, besonders, wenn es sich um ein positives Zitat handelt, aber halte die Anzahl Deiner Regrams auf einem Minimum. Denk dran, dass Social Media etwas mit Vertrauen zu tun hat und das erreichst Du am besten durch Authentizität.

Fange mit diesen Tipps an, wenn Du später mehr Erfahrung hast, dann gibt es noch einige Elemente, die Du optimieren kannst.

Fortgeschritten:

Style Guide Tipp #7: Kreiere eine Bildsprache

Wenn Du bereits Erfahrungen gesammelt hast und weißt, welche Art von Content Deinen Follower gefällt, wird es Zeit, diesen zu optimieren.

Du hast Dir zu Beginn Deiner Instagram Aktivitäten Gedanken darüber gemacht, WEN Du auf Instagram ansprechen möchtest. Suche beispielsweise bei Wettbewerbern, bzw. auch in Deinem Account nach Konten von Mitglieder dieser Zielgruppe. Du kannst auch unter den für Dich relevanten Hashtags schauen. Nimm Dir ein wenig Zeit und analysiere: Was gefällt diesen Menschen? Was liken sie? Was posten sie selber?

Style Guide Tipp #8: Entwickele einen eigenen „Fotografie Stil“

Natürlich hängt der harmonische Eindruck auch davon ab, dass Du möglichst immer den gleichen Stil verwendest.

So wirkt ein Bild vor einer komplett einfarbigen Wand meistens ziemlich ruhig. Wohin gegen ein Foto vor einer Wand voller Graffitis eher unruhig wirkt. Soweit es möglich ist, solltest Du daher beim Foto auf einen einheitlichen Aufbau achten. Aber natürlich lässt sich nicht überall der Hintergrund gestalten, das hängt auch vom Motiv ab. Hinter einem Bauwerk ist es natürlich schwieriger extra für das Foto den Hintergrund zu verändern 😉

Für Produktcollagen wären beispielsweise ein komplett weißer Hintergrund oder auch Holzhintergründe denkbar. Eine Möglichkeit ist es auch den Hintergrund bewusst unscharf zu wählen. Wie die Beispiele von Walltraveled und Splendid Rags zeigen, eignen sich auch schöne Wände für stimmungsvolle Fotos.

Style Guide Tipp # 9: Achte auf das Licht

Wer schon einmal in dunklen Räumen fotografiert hat, kennt das: das Foto sieht nicht so hochwertig aus. Je nach Qualität der Kamera ist das Foto wirklich nur für Privatzwecke zu gebrauchen. Folglich spielt auch das Licht bei schönen Fotos eine wichtige Rolle.

Wenn Du Bilder in Deiner Wohnung knipst, dann möglichst nur bei Tageslicht und in Fensternähe. Du erreichst damit, dass die Bilder richtig schön hell werden und Du sie mit wenig Verändern der Helligkeit und des Kontrasts schnell instagramtauchlich bekommst.

Vielleicht hast Du auch schon einmal bei prallem Sonnenlicht fotografiert. Es entstehen unschöne Schatten, die Du schlecht retuschieren kannst. Am besten eignet sich eine leichte Bewölkung, denn dabei gibt es wenig über- oder unterbelichtete Stellen und das Licht wirkt weich und einheitlich.

Style Guide Tipp #10: Authentizität

Last but noch least … bei allen Wünschen nach Einheitlichkeit und Optimierung ist es wichtig, dass Du Deine Natürlichkeit und Authentizität nicht verlierst. Nur wenn Dich Dein eigener Inhalt und die Darstellung selber anspricht, dann kannst Du auf Deine Follower authentisch wirken. Im besten Fall sollte jedes Foto eine eigene Geschichte erzählen und Lust auf mehr machen.

Lass Dir keinen Stil aufzwängen, den Du in Wirklichkeit nicht magst. Das macht Dich auf Dauer auch unkreativ.

Style Guide Tool Tipp zur Farbanalyse

Vor Kurzem bin ich auf COLORKULER gestoßen, meiner Meinung nach ein sehr nützliches Online Farbanalyse Tool, um die Farbgebung Deiner Fotos zu analysieren. So bekommst Du ein Gefühl für Deine persönliche Farbgebung. Du musst nur den Namen Deines Accounts eingeben und schon erscheint die aktuelle Farbpalette.

Fazit

Auf Instagram werden im Gegensatz zu anderen Plattformen Emotionen vor Informationen gestellt. Deinen Instagram Feed einheitlich zu gestalten lohnt sich meistens, aber es ist nicht einfach und erfordert Arbeit. In diesem Artikel habe ich Dir 10 Tipps gegeben, wie es Dir gelingen kann. Sieh die Tipps eher als Werkzeugkasten, aus dem Du Dich bedienen kannst, aber nicht musst. Wichtiger ist, dass Dir Instagram Spaß macht und Du Deine Authentizität behältst.

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